Raid Japan Double Header

[Werbung] Der Raid Japan Double Header ist ein eher unkonventioneller Swimbait aus Japan. Man sieht auf den ersten Blick, dass es sich um ein ganz spezielles Konzept handelt. Da ich sehr gerne mit den verschiedensten Swimbaits herumspiele, war es nur eine Frage der Zeit bis ein Double Header angeschafft werden musste. Was der JDM Swimbait kann und was ihn so besonders macht erfährst du in diesem Testbericht.

Raid Japan ist für Liebhaber der japanischen Köderbaukunst auf jeden Fall ein Begriff. Es gibt viele spezielle Gummiköder von diesem Hersteller, aber auch sehr eigenwillige Hardbaits die sich von der Masse abheben wie zum Beispiel den Deka Dodge. Jetzt ist es an der Zeit den Double Header etwas genauer anzusehen.

Erster Eindruck des Raid Japan Double Header

Man sieht auf den ersten Blick, dass es sich beim Raid Japan Double Header nicht um einen 0815 Hardbait handelt. Er wirkt wie eine Verheiratung von einem Glidebait mit einem Spybait und gehört definitiv auch zur Familie der Prop Baits. Dennoch lässt er sich keiner der Kategorien eindeutig zuordnen. Raid Japan selbst bezeichnet den Hardbait als „double swisher jointed big bait“.

Raid Japan Double Header

Auffällig ist wie lang und schlank der Swimbait an sich ausfällt, aber auch wie lang und schlank der Gummischwanz ist. Mit diesem Körperbau ist der Raid Japan Double Header auf jeden Fall deutlich mehr in die Länge gezogen als es üblich ist. Auch die ungewöhnlich starke Taillierung sticht sofort ins Auge.

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Der Kopf des Double Headers ist sehr detailliert und schön gestaltet. Er verfügt über viele Einzelheiten und hat sehr realistisch wirkende Kiemendeckel sowie eine angedeutete Maulspalte und Vertiefungen, die ihm ein realistisches Aussehen verleihen. Die eingeklebten 3D Augen wirken auch schön naturnah.

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Bei den Flanken wurde auf ein sehr abgeflachtes Design gesetzt. Es ist ein eingearbeitetes Schuppenmuster vorhanden und es gibt auch eine Seitenlinie. Der Übergang zum Rücken und zum Bauch hin ist ziemlich eckig und abrupt. Wozu die Einkerbungen neben dem Gelenk gut sind kann ich nicht wirklich sagen, aber ich vermute eine Technische Funktion, da sie der Optik nicht wirklich zuträglich sind. Vermutlich ist so der Wasserdruck auf den Propeller vergrößert.

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Bei den Haken wurde auf ein beschichtetes Modell gesetzt, das einen schön scharfen und auch ausreichend stabilen Eindruck macht um mit unseren Hechten fertig zu werden. Auch das Gelenk wirkt schön hochwertig. Auf rotierende Hakenösen wurde verzichtet.

Die Verarbeitung und die Lackierung sind auf jeden Fall vorbildlich. Es ist absolut nichts zu finden mit dem ich unzufrieden wäre. Bei einem Made in Japan Köder einer so bekannten Marke hätten mich Mängel aber auch sehr gewundert.

Besonderheiten des Raid Japan Double Header

Der Raid Japan Double Header ist mit einem langen Schwanz aus Elastomer ausgestattet. Dieser Schwanz ist austauschbar und es liegt auch ein zweiter Schwanz in der Packung bei, falls es zu einem Unglück kommen sollte. Ab Werk ist auch für beide Schwanzteile eine feste Form vorhanden in der sie geschützt sind.

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Durch einen Hechtbiss wird der Schwanz aufgrund des verwendeten Materials aber vermutlich nicht beschädigt, da er wirklich widerstandfähig und sehr flexibel ist. Man muss aber aufpassen, dass dieses Material nicht mit anderen Gummiködern oder Schwänzen von anderen Swimbait in Kontakt kommt, da das bei Elastomer zu Beschädigungen führen kann.

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An der Nase und in der Körpermitte ist ein Propeller angebracht. Das Material macht einen recht starken Eindruck, wie man es bei einem Köder dieser Größe erwarten darf. Beide Propeller rotieren sehr frei und werden von nichts unnötig gebremst. Der mittlere Propeller ist sogar mit dem Raid Japan Logo verziert.

Dimensionen des Raid Japan Double Header

Der Raid Japan Double Header ist ab Werk ein Floater. Der Swimbait ist 22 cm lang und er hat ein Gewicht von rund 57 g.

Der Raid Japan Double Header am Wasser

Es macht richtig Spaß mit dem Raid Japan Double Header zu experimentieren. Der japanische Swimbait liefert nämlich mehr als man auf den ersten Blick vermuten würde. Die Wurfeigenschaften sind nicht extrem gut, passen aber aufgrund des schlanken Körpers doch ziemlich gut. Er tendiert auch nicht so stark zum helikoptern wie viele hochrückigere Swimbaits.

Bei einem Floater mit diesem Aufbau erwartet man sich ordentlich Geräusch und eine ordentliche Welle an der Wasseroberfläche. Die Geräuschkulisse ist nicht so krass wie bei einem Whopper Plopper, aber sie ist doch sehr deutlich wahrnehmbar. Man kann bei einem gemütlichen Straight Retrieve ein schönes Plätschern untermalt von metallischem Klimpern erzeugen. Dabei gibt es auch eine schöne v-förmige Welle. Wenn man den Bait mit der Rute richtig beschleunigt kann man das Wasser richtig schön spritzen lassen, wie bei einer Fischattacke.

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Führt man den Köder deutlich zügiger taucht er ein bisschen ab. Man hat dann einen überdimensionierten Sub Surface Spybait der auch eine an der Oberfläche wahrnehmbare Druckwelle verursacht. Das Geräusch ist dann aber nur noch unter Wasser wahrnehmbar. Bei Sonnenschein blitzen die Propeller übrigens immer wieder auf, was ein bisschen an einen realen Fisch erinnert und die geraden Flanken reflektieren auch immer wieder das Sonnenlicht. Soweit sind wir noch bei den Eigenschaften die man sich erwartet. Es gibt aber noch einen unerwarteten Bonus.

Der Raid Japan Double Header hat einen echt überraschend guten Deadwalk. Nie im Leben hätte ich mir diesen Swimbait als Köder für den Deadwalk geholt. Aber es ist echt krass wie gut das funktioniert. Das extrem bewegliche Gelenk und das starke Stoppen der Vorwärtsbewegung durch die Propeller sind für diese Superfähigkeit verantwortlich.

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Durch sehr dezente Animation über vorsichtige Twitches oder durch minimale Kurbelumdrehungen in den Schnurbogen lässt man den Kopf sehr deutlich nach links und rechts schlagen. Die Vorwärtsbewegung fällt dabei sehr minimal aus. So kann man den Köder länger an einer bestimmten Stelle halten. Dadurch lässt sich ein unentschlossener Fisch länger reizen und man kann auch enge, begrenzte Spots sehr genau abfischen.

Mit dem Raid Japan Double Header kann man also sowohl ordentlich Strecke machen und große Wasserflächen absuchen, als auch Hot Spots extrem genau absuchen.

Raid Japan Double Header Tuning

Damit ich meinen Raid Japan Double Header besser sehen kann habe ich ihn mit einem Swimbait Tracer beklebt. So ist es möglich auch bei schnellerer Subsurface Führung genau zu sehen wo der Swimbait ist und was er macht. Es ist dadurch auch möglich den einen oder anderen Hänger zu vermeiden, weil man oft frühzeitig auf Hindernisse reagieren kann.

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Bei meinem zweiten Farbmuster war dieses Tuning nicht nötig, da bereits ab Werk ein neon pinker Punkt auf der Stirn des Hardbaits lackiert ist. Die Fische stört so ein Punkt überhaupt nicht, da sie gerade bei Topwater und Subsurface Köder quasi immer von unten kommen. Aber auch bei etwas tiefer laufenden Modellen stören solche Punkte erfahrungsgemäß nicht.

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Damit ich auch einen sinkenden Raid Japan Double Header in meinem Arsenal habe, habe ich aus einem der beiden einen Sinker gebastelt. Dazu braucht es nicht viel. Man könnte zwar auch mit einem Gewicht zum einhängen in die Haken Öse arbeiten, aber das geht nur beim Straight Retrieve gut, zerstört aber den Deadwalk völlig.

Wenn man aber zwei Klebegewichte genau dort anbringt wo auch die Gewichte im Inneren des Swimbaits sitzen, verändert man den Lauf nicht, nur die Tauchtiefe. Um aus dem Raid Japan Double Header einen Sinker zu machen reicht es hinten, wo weniger Gewicht im Inneren Sitzt ein 0,55 g Klebegewicht zu verwenden und vorne 1,2 g aufzukleben. So behält man auch den wunderschönen Deadwalk, kann das Gewicht aber nicht so schnell ändern wie bei einem Clip On Weight.

Mein Fazit zum Raid Japan Double Header

Der in Japan hergestellte Raid Japan Double Header ist für mich eine extrem positive Überraschung gewesen und war nach zwei, drei Reinfällen beim Swimbait shoppen ein Grund zur Freude. Der Bait ist sehr flexibel und kann sowohl schnell als auch langsam geführt werden. Als Bonus hat er einen super Deadwalk zu bieten. Zudem hat man mit diesem eigenwilligen JDM Swimbait etwas an der Schnur das die allermeisten Fische bei uns in dieser Form noch nicht gesehen haben. Nach meinem ersten Raid Japan Double Header habe ich mir sofort einen Zweiten bestellt.


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