Machen Soziale Medien Angler unzufrieden?

Bass Angeln am Garda See

Die Frage ob Soziale Medien Angler generell unzufriedener machen, habe ich mir schon hin und wieder gestellt. Hast du dich das auch schon gefragt? Gerade in der letzten Zeit traten immer wieder Fälle auf, die mir im Bezug auf diesen Punkt zu denken gegeben haben. Falls das wirklich so dramatisch ist, gibt es nicht auch eine positive Kehrseite der Medaille?

Ich bin viel auf Facebook unterwegs und erlebe dort, aber nicht nur dort, oft seltsamste Dinge. Vermutlich geht es dir auch so.

Kapital mit allen Mitteln

Vielen scheint es nur noch darum zu gehen einen Rekord aufzustellen. Das Angeln an sich und die vielen unglaublichen Naturerlebnisse scheinen nicht mehr viel zu zählen. Viele scheinen nicht mehr zu sehen wie schön alles geschaffen wurde, weil sie viel zu sehr auf den kapitalen oder vermeintlich kapitalen Fang aus sind.

Ist das noch gesund?

Das geht so weit, dass ich mich ernsthaft frage wie gesund das für die Psyche der Personen ist, die sich so in diesem Thema verbeißen.

Da werden Maßbänder absichtlich falsch angelegt, unter den Fischen zusammengefaltet und die abenteuerlichsten Längenangaben “geschätzt” und gepostet!

Zum Beleg werden Fotos gemacht in denen der Angler mit den längsten Armen der König ist, da der Barsch auf dem Beweisfoto wie ein 87er aussieht. Das kann selbstverständlich keiner bestätigen, da kein Kumpel da war oder das Maßband verloren wurde. Geglaubt werden muss es dennoch, da die Ehrlichkeit von Anglern auf diesem Gebiet ja sprichwörtlich ist.

Was bitte geht in einem Menschen vor, der sich selbst betrügen muss und aus einem wunderbaren Fisch eine Lüge machen muss? Warum kann eine Person nicht mit einem 43er zufrieden sein, das ist ja ein extrem schöner Barsch. Warum muss ich daraus eine 51er, 55er oder sogar 60er erschwindeln bis es unglaubwürdig wird? Egal ob man dann Leute findet die es glauben oder nicht, selbst weiß man ja, dass man nicht ehrlich war. Fühlt man sich dabei dann besser? Ist die Anerkennung von leichtgläubigen Mitmenschen so viel mehr wert als der wirklich gefangene Fisch, als das Erlebnis in der Natur und als die eigene Integrität?

Es wir Unfrieden geschürt

Was aus solchen Szenarien entsteht sind endlose Diskussionen, gespickt mit persönlichen Beleidigungen, die niemanden weiter bringen. Können wir nicht alle versuchen ehrlich und nett sein?

Vergleiche schaden dir

Besonders für Anfänger, die diverse Aussagen noch nicht gut einordnen können ist es sehr schädlich sich mit anderen zu vergleichen. Auch ein Johannes Dietel oder andere bekannte Angler zeigen natürlich großteils ihre Erfolge, auch wenn sie dabei ehrlich sind, haben viele den Eindruck, dass die Jungs immer fangen.

Das ist aber nicht so und vor allem ist es auch sehr vom Gewässer und den Gegebenheiten abhängig. Jeder Profi Angler würde zum Beispiel zwischen Januar und März am Bodensee vom Ufer aus auf Barsch regelmäßig schneidern. Wer das nicht weiß und sich dann mit den Fangberichten aus Holland vergleicht, kann schnell unzufrieden und entmutigt werden, selbst wenn es dafür keinen wirklichen Grund gibt.

Dann gibt es da auch noch die ganz netten Jungs die andere als persönliches Vergnügen schlecht machen. “Alles unter 40 cm ist für mich ein Köderfisch!” Solche und ähnliche Aussagen liest man immer wieder, wenn ein Anfänger stolz seinen ersten 25er Barsch zeigt.

Pro's Factory - Equip Hybrid Rubber Jig

Lass dich nicht entmutigen! Das Großmaul würde, wie oben erwähnt, am Bodensee zur falschen Jahreszeit nicht einmal einen “Köderfisch” erwischen. Viele Gewässer haben auch einfach nicht das Potential 40er oder 45er Barsche zu produzieren. Sei stolz auf deinen hart erarbeiteten 30+ Barsch, möglicherweise ist er an deinem Gewässer mehr wert und härter erkämpft als ein 45er in Holland!

Es tut dir nicht gut dich mit der anscheinend perfekten Welt, die oft durch solche Netzwerke vorgegaukelt wird, messen zu wollen. Das sehe nicht nur ich so, dazu gibt es auch Studien. Sei zufrieden mit dem was du hast und nutze deine persönlichen Möglichkeiten. Lass dir deinen tollen Fisch nicht madig machen!

Wie Soziale Medien Angler unterstützen

Es ist aber bei weitem nicht alles schlecht. Meiner Meinung nach können Soziale Medien Angler, egal ob Anfänger oder Profi, extrem unterstützen.

Tipps und Tricks

Ich habe eine Facebook Gruppe für Angler die sich für Barsche interessieren. Dort bekommt man auf jede Frage eine Antwort, da sich unter den über 10.000 Mitgliedern immer jemand findet der sich mit einem Thema auskennt und gerne andere berät.

Mit klaren Regeln und durch das konsequente Entfernen von Störenfrieden kann so eine Gruppe dazu beitragen, dass Soziale Medien Angler wirklich gut unterstützen können. Wo sonst kann man auf einen so großen Pool an erfahrenen und gleichgesinnten Anglern zurückgreifen?

Unabhängige Medien für Angler

Soziale Medien bieten auch Anglern die nicht den richtigen Beruf oder die richtigen Kontakte haben, ihre Erlebnisse zum Nutzen anderer zu teilen, wenn sie das möchten.

In den Zeiten, in denen nur Print Medien vorhanden waren, hätte ich niemals die Möglichkeit gehabt euch alle zu erreichen. Klar hätte ich theoretisch Geld verdienen können, wenn ich für die damals viel stärkeren Magazine geschrieben hätte. Die Artikel hätte aber auch niemand genommen, weil niemand mich gekannt hätte. Außerdem wäre ich ohne den regelmäßigen Austausch über die Sozialen Medien anglerisch bestimmt nicht dort wo ich jetzt bin.

Die besten Barschköder

Versuchen wir doch die guten Seiten der Sozialen Medien zu nutzen und uns nicht von den Schattenseiten zu sehr negativ beeinflussen zu lassen!

2 Kommentare

  1. Daniel

    Hey Lui, super Beitrag. Da ich Anfänger bin habe ich mich einigen Facebook Gruppen angeschlossen. Am Anfang irgendwie hilfreich, nur jetzt hat es mich eher genervt da viele Fischer, Fischfänge posten was es bei uns eben so nicht mehr gibt am Bodensee (Grösse). So was demotiviert mich eher. Deshalb bin ich aus alle Gruppen ausgestiegen (Angeln auf Barsch, Ultra light, Seika ect. wie sie eben alle heißen)
    ich möchte eigene Erfahrung sammeln und mit den Menschen “Face to Face” kommunizieren nicht über Social Media.

    LG Daniel aus Gaissau 😉

    Antworten
    1. Lui Summer (Beitrag Autor)

      Danke für das Lob Daniel! Vielleicht begegnen wir uns ja in ruhigeren Zeiten am Wasser. Dann können wir gerne Face to Face darüber reden wie wir die Barsche noch besser ärgern können 😉

      Antworten

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