[Werbung] Die Stroft LS ist schon länger auf dem Markt und ich habe sie früher auch schon einmal auf einer Baitcaster aufgespult gehabt. Jetzt ist es aber Zeit für einen ausführlicheren Artikel über den Klassiker des deutschen Schnur Herstellers. Was die Stroft LS ausmacht erfährst du in diesem Testbericht.
Wer sich ein bisschen tiefgehender mit Angeln beschäftigt hat auf jeden Fall schon von der Firma Stroft gehört. Nicht zuletzt dadurch, dass man so gut wie keine schlechten Kommentare zu den Schnüren hört. Dennoch lohnt sich ein Artikel, weil es sind natürlich nicht alle Schnüre für jeden Zweck gleich gut geeignet.
Auf der Stroft Website wird die LS in höchsten Tönen gelobt. Die Frage ist ob sich das am Wasser bestätigt.
Erster Eindruck der Stroft LS
Die Stroft LS kommt auf einer Spule mit klassisch dezentem Farbdesign des Schnurherstellers. Was mir dabei auch gefällt ist, dass die Spulen nicht unnötig verpackt sind. Es gibt keine Packung um die Spule herum. Das spart Verpackungsmüll und hilft so die Umwelt zu schonen.

Was ich auch sehr sympatisch finde ist, dass es einen kleinen Schaumstoffkragen gibt, der um die Spule herum geht. Dieser Kragen hat zwei Vorteile. Es ist nicht möglich, dass sich die Schnur löst und von selbst abwickelt. Zudem wird die Schnur dadurch vor Sonnenlicht geschützt, das ja bekanntlich besonders Monofile Schnüre stark angreift. Somit ist ist es nicht so schnell ein Problem wenn die Schnur nicht ganz ideal gelagert wird. Dennoch empfiehlt es sich natürlich die Schnurvorräte, auch wenn es sich um Stroft LS handelt, nicht zu heiß und vor allem dunkel zu lagern.

Schön finde ich auch die Farbe der Schnur, sie ist nicht bunt, aber auch nicht komplett ungefärbt. Die Stroft LS hat einen rauchgrauen Touch, den ich als sehr schick empfinde. Monofile Schnüre ohne Farbe sehen zwar auf den ersten Blick etwas cleaner aus, werden aber je nach Wasserfarbe oft recht schnell dreckig und sehen dann auch nicht mehr so schick aus wie beim aufspulen. Eine leichte Farbgebung stört meine Erfahrung nach die Fische überhaupt nicht, zögert aber eine unsaubere Optik merklich hinaus.
Besonderheiten der Stroft LS
Die Besonderheit der Stroft LS steckt in den beiden Buchstaben. Es handelt sich um einen Low Stretch Schnur, also eine mit wenig Dehnung. Das Material aus dem die Stroft LS besteht ist eine Polyamid-Legierung entwickelt. Laut der eigenen Website wurde auch großen Wert auf die höchstmögliche Zugfestigkeit gelegt. Laut eigenen Labortests ist die Bruchdehnung deutlich niedriger als bei den anderen Schnüren aus Polyamid oder auch bei Schnüren aus Fluorocarbon. Auch beim Anhieb ist die Dehnung laut diesen Tests deutlich geringer als bei anderen. Falls du dich ganz genau für die Ergebnisse dieser Tests interessierst findest du eine ziemlich genaue Zusammenfassung im Stroft Shop.

Zu diesem Thema gibt es auch einen Post im Barschalarm Forum, in dem sich André Giermann von Stroft zu Wort meldet. „Unsere Hauptschnur, die STROFT GTM, hat zum Beispiel Bruchdehnung von 24%, eine Anhiebdehnung (ca. 50% der Bruchlast) von 14% und eine Feinlastdehnung (ca. 10% der Bruchlast) von 5%. Die STROFT LS hat in den jeweiligen Bereichen 17%, 9% und 3%. Dies ist schon deutlichst weniger! Zum Vergleich einmal Fluorocarbon dazu: 16%, 14% und 2%.“
Natürlich bezahlt man für diese sehr positiven Eigenschaften auf einem anderen Gebiet. Die LS ist laut der eigenen Website etwas steifer und hat auch mehr Memory als andere monofile Schnüre. In der Praxis ist das aber vernachlässigbar und ich habe es nicht einmal wirklich wahrgenommen, bevor ich davon gelesen habe. Und ganz nebenbei gibt es ja auch Situationen in denen etwas mehr Steifigkeit sogar wünschenswert ist.
Varianten der Stroft LS
Es gibt die LS in Durchmessern von 0,10 mm bis 0,60 mm. Die Tragkraft bewegt sich dabei zwischen 1,40 kg und 33,00 kg. Bei den Spulengrößen gibt es zwischen 25 m und 5000 m alles. Von der Farbtönung her ist Hellgrau transparent die einzige Option.
| Durchmesser (mm) | Tragkraft (kg) |
|---|---|
| 0,10 | 1,40 |
| 0,11 | 1,60 |
| 0,12 | 1,80 |
| 0,13 | 2,00 |
| 0,14 | 2,30 |
| 0,15 | 2,70 |
| 0,16 | 3,10 |
| 0,17 | 3,40 |
| 0,18 | 3,70 |
| 0,19 | 4,00 |
| 0,20 | 4,40 |
| 0,21 | 4,80 |
| 0,22 | 5,20 |
| 0,23 | 5,60 |
| 0,24 | 6,00 |
| 0,25 | 6,50 |
| 0,26 | 7,00 |
| 0,27 | 7,50 |
| 0,28 | 8,00 |
| 0,29 | 8,50 |
| 0,30 | 9,00 |
| 0,325 | 10,00 |
| 0,35 | 11,50 |
| 0,375 | 13,00 |
| 0,40 | 15,00 |
| 0,45 | 19,00 |
| 0,50 | 23,00 |
| 0,55 | 28,00 |
| 0,60 | 33,00 |
Was auffällig ist, ist die extrem feine Abstufung der Durchmesser. Das es von 0,10 bis 0,30 in 0,01er Schritten nach oben geht ist schon bemerkenswert und hilft dir auf jeden Fall genau die passende Schnur zu finden. Bei anderen Schnüren ist es dann doch oft so, dass man einen Kompromiss nach oben oder nach unten eingehen muss, wenn es zum Beispiel nur 0,22 und 0,25 gibt. Bei der Stroft LS kann das nicht passieren und man muss keinen faulen Kompromiss machen der sich nicht richtig anfühlt.

Auch die verfügbaren Großspulen sind für Vielangler auf jeden Fall ein Segen. Es ist nämlich schon sehr lästig wenn man jedes Mal aufspulen einen Rest wegwerfen muss, weil 47,3 m übrig bleiben mit denen man nichts anfangen kann. Bei einer Großspule passiert dir das nur noch bei der letzten Füllung die drauf ist und nicht bei jedem einzelnen Mal. Zusätzlich zum eh schon niedrigeren Preis pro Meter spart man sich so auf jedes Mal ein bisschen Geld weil kein Verschnitt übrig bleibt.
Die Stroft LS am Wasser
Ich habe die Stroft LS mittlerweile auf verschiedenen Baitcastern geangelt. Auch die verwendeten Durchmesser habe ich, im Bereich von dem was bei mir sinnvoll ist, variiert. Ich habe die Schnur zwischen 0,18 mm und 0,30 mm geangelt. Das hat für mich BFS Anwendungen mit Hardbaits und Softbaits abgedeckt und ist über druckvolle Spinnerbaits bis hin zu ausgewachsenen Swimbaits gegangen. Es liegen also ausreichend Erfahrungswerte vor.
Das „etwas steifere“ der Stroft LS habe ich natürlich im direkten Vergleich mit sehr weichen monofilen Schnüren schon feststellen können, aber in der Praxis hat es sich nie negativ bemerkbar gemacht. Mir ist weder der Memory Effekt noch die Steifheit der Schnur negativ aufgefallen. Ich habe die Low Stretch von Stroft als sehr angenehm und leicht handlebar empfunden. Diesen Eindruck hatte ich auch bei Ködern die keine optimalen Flugeigenschaften haben, wie zum Beispiel kleinere Swimbaits.

Die leicht rauchige Farbe der LS macht sich übrigens am Wasser auch sehr gut. Ich finde sie ist auf keinen Fall auffälliger als eine ungefärbte Schnur. Zudem erkennt man auf den ersten Blick welche Schnur man auf einer Rolle hat, was bei 20 und mehr Baitcastern dann doch ein nicht unwesentlicher Vorteil ist. Da man ja schon gerne auf den ersten Blick und auch in potentiell hektischen Situationen sofort erkennt ob eine FC oder eine Nylon Schnur aufgespult ist.

Ich verwende die Stroft LS vor allem für Swimbaits und bei leichteren Anwendungen für Hardbaits im Allgemeinen. Dabei empfehle ich aber besonders Twitchbaits und Topwater Köder, da die Schnur nicht so schwer ist wie FC und daher weniger sinkt. Wobei der Effekt bei 0,20 mm und darunter wirklich zu vernachlässigen ist und mehr im Kopf stattfindet. Crankbaits, Chatterbaits und Spinnerbaits sind auch ein super Anwendungsgebiet. Ungewünschte Vibrationen werden herausgepuffert, aber der Kontakt ist immer mehr als ausreichend vorhanden. Auch mit dem Anhieb hatte ich weder bei großen noch bei kleinen Ködern ein Problem durchzukommen. Wer ein bisschen Nylon trainiert ist wird ganz sicher zufrieden sein, Enttäuschung ist nur möglich wenn man jahrelang Geflecht geangelt hat und sich dann mit der Umstellung anfangs schwer tut.

Nur zum klassischen Angeln mit Finesse Rigs auf Barsch und Bass bevorzuge ich auf jeden Fall ein hochwertiges Fluorocarbon. Das liegt zum einen an den Sinkeigenschaften von Fluorocarbon, da es für die meisten Rigs gut ist wenn die Schnur etwas zügiger sinkt. Zum andern liegt es an der Abriebfestigkeit. Ich hatte zwar mit der LS nie ein Abriebproblem, habe es auch nicht nicht konsequent am Grund entlanggeschleift und so vielen Steinen und Muscheln ausgesetzt, aber da ist mein Vertrauen in FC einfach deutlich größer.

Das Drillen von kampfstarken Fischen fühlt sich auch sehr angenehm an. Der Kontakt ist immer super da, aber überraschende Fluchten werden sauber abgefedert und wenn dann doch einmal ein Fisch springt, kann er nicht die ganze Spannung aus der Schnur herausbringen. So bleibt der Köder sicher verankert mit der Stroft LS und die Gefahr eines Abschüttelns im Sprung ist deutlich geringer als bei Geflecht. Zudem bietet die LS einen Vorteil wenn ein Fisch knapp gehakt ist, da die Haken durch die Dehnung deutlich weniger schnell ausschlitzen.
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Mein Fazit zur Stroft LS
Die Stroft LS ist eine unkomplizierte Schnur mit einem leicht rauchgrauen Farbton die auf geringe Dehnung optimiert ist. Ich war mit meinen getesteten Varianten mit 0,18 mm bis hin zu 0,30 mm sehr zufrieden. Aufgrund der Eigenschaften und auch weil die Schnur auf unnötige Verpackung verzichtet und dennoch super Lichtgeschützt zuhause ankommt wird sie sich in meiner Standartrotation bleiben.
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