Nikon 1 J5 – Die perfekte Begleitung?

Nikon 1 J5

Da ich mich schon sehr lange mit Fotografie beschäftige habe und großen Wert auf gute Fotos lege, habe ich immer eine Kamera mit am Wasser. Derzeit begleitet mich immer eine große DSLR mit dazugehörigen Objektiv, da ich mit den Ergebnissen meiner Kompakten einfach nicht zufrieden bin. Als etwas leichteren, aber dennoch sehr hochwertigen Ersatz für die DSLR habe ich mir die Nikon 1 J5 zwei Wochen lang ein bisschen näher angesehen.Nikon 1 J5 vs Canon 7D

Leider hat es in diesen zwei Wochen fast durchgehend geregnet, ein paar Erfahrungen konnte ich dennoch sammeln. Beim ersten Auspacken ist mir sofort die – im Vergleich zu meiner DSLR – sehr kompakte Bauweise aufgefallen. Auch das Gewicht hält sich mit knapp 270g inklusive Objektiv sehr in Grenzen. Wem das Mitschleppen einer DSLR zu viel ist und die Qualität und die Möglichkeiten einer Kompakten nicht ausreichen, der ist vielleicht hier an der richtigen Adresse.

Die Nikon 1 J5 ist sehr handlich und bietet sehr viele, teils ausgefallene Möglichkeiten. Für meinen Einsatzbereich sind aber nicht alle Punkte relevant. Aus diesem Grund werde ich mit nicht mit der WLAN Funktion, dem 4K-Videomodus, dem Best-Shot Modus und ähnlichen Nebensächlichkeiten aufhalten.

Auf der Rückseite der Kamera, wo auch sonst, befindet sich ein 3 Zoll großer Touchscreen. Hier kann man recht groß sehen, dass zum Beispiel die Tiefenschärfe der Aufgenommenen Fotos wirklich gut ist. Mit dem Touchscreen kann man auch die Aufnahme auslösen, ohne auf den Auslöseknopf drücken zu müssen. Allerdings bietet der Touchscreen nicht nur Vorteile. Wenn man die Nikon 1 J5 zum Beispiel nach dem Foto einfach um den Hals hängen lässt und der Bildschirm (durch das T-Shirt) den Bauch berührt löst die Kamera auch hin und wieder spontan aus.

Nikon 1 J5Bei der Nikon 1 J5 wurde komplett auf einen Sucher verzichtet, was für mich leider ein absolutes No-Go ist. Denn gerade wenn die Sonne in den Touchscreen blendet, und diesen somit fast unbrauchbar macht, möchte ich auf gar keinen Fall auf einen Sucher verzichten!

Etwas nettes kann der Touchscreen dennoch, man kann ihn um bis zu 180° hoch klappen und hat dann ein Selfie-Display, was beim Fotografieren der eigenen Fänge doch sehr hilfreich sein könnte. Leider hat die Klappkonstruktion bei mir ein kleines Unbehagen ausgelöst, da sie mir für einen Außeneinsatz doch ein wenig filigran erschienen ist.

Nikon 1 J5Das Objektiv macht einen durchwegs soliden und schön verarbeiteten Eindruck. Das Nikkor 10-30mm mit 1:3,5 – 5,6 hat eine recht gute Tiefenschärfe und ein Motiv lässt sich somit gut freistellen. Mit dem großen Glas eines Canon L Objektives kann ein so platzsparendes Objektiv natürlich nicht mithalten, aber das ist ja auch eine Frage der Prioritäten.

Bei schwachem Licht bekommt man allerdings hin und wieder ein kleines Problem mit dem Autofokus. Unter guten Lichtverhältnissen fokussiert die Kamera blitzschnell, allerdings lässt die Geschwindigkeit mit schwindendem Licht deutlich nach! Der Akku fällt mit ca. 500 Auslösungen oder etwa 1,5 Stunden Videoaufnahme nicht extrem stark aus. Auch mit der ISO Zahl sollte man wenn möglich unter 800 bleiben, um unnötige Bildrauschen zu vermeiden.

Nikon 1 J5Schön finde ich die vielen Wahlmöglichkeiten, die die Nikon 1 J5 bietet, die über die zwei Rädchen angesteuert werden können. Die fehlenden manuellen Steuermöglichkeiten sind bei mir ausschlaggebend für meine Antipathie gegenüber meiner Kompakten. Es gibt viele Möglichkeiten die Kamera automatisch zu bedienen, allerdings habe ich ausschließlich im Manuellen Modus experimentiert, da alles andere für mich absolut uninteressant ist. Wie soll eine Maschine wissen was ich will!?!

Alles in allem ist die Nikon 1 J5 (amzn.to/2rMniAs) eine hübsche Kamera, die aber leider nicht wirklich meinen persönlichen Vorlieben entspricht. Für die über 400 Euro, die mich ein Umstieg kosten würde, schleppe ich lieber noch meine DSLR ein wenig länger mit mir herum. Das erspart mit die Mucki-Bude!

Technische Daten

Effektive Auflösung 20,8 Millionen Pixel
Bildsensor CMOS-Sensor, 13,2 x 8,8 mm (Nikon-CX-Format)
Datenspeicherung – Dateiformat NEF (RAW) Format oder JPG; Duales Dateiformat ist möglich;
Datenspeicherung – Speichermedien microSD (micro Secure Digital), microSDHC, microSDXC
Verschlusstyp Elektronischer Verschluss
Belichtungszeit 1/16.000 s bis 30 s, Langzeitbelichtung (B)
Blitzsynchronzeit 1/60 s oder länger
Aufnahmebetriebsarten Einzelbild, Serienaufnahme, Selbstauslöser, Intervallaufnahme
Bildrate ca. 60 Bilder/s.
Belichtungssteuerung Programmautomatik (P) mit Programmverschiebung, Blendenautomatik (S), Zeitautomatik (A), manuelle Belichtungssteuerung (M), Motivautomatik
ISO-Empfindlichkeit ISO 200 bis 12.800
Autofokus Hybrid-AF (Autofokus mit Phasenerkennung/Kontrasterkennung), AF-Hilfslicht
Fokussierung Autofokus (AF): Automatische Auswahl zwischen AF-S und AF-C (AF-A), Permanenter AF (AF-F), Einzel-AF (AF-S), Kontinuierlicher AF (AF-C). Manuelle Fokussierung (MF)
Abmessungen (H x B x T) ca. 59,7 x 98,3 x 31,5 mm
Gewicht 270 g mit Akku und Speicherkarte

6 Kommentare

  1. Marco

    Lui, ganz feine Kost! Die J stand, bis zur VÖ dieses Berichts, irgendwo auf meine List ganz unten. Jetzt ist sie raus. Ohne Sucher ist, genau wie das filigrane Klappdisplay, ein No-Go!

    Falls du irgendwann an eine Sony Alpha kommst, würde mich ein Review aus Anglersicht mehr als beglücken. Bis dahin muss meine NX11 ihren Dienst verrichten.

    Lg,
    Marco

    Antworten
    1. Lui Summer (Beitrag Autor)

      Mal schauen was sich machen lässt… die war auch auf meiner Liste, aber die Kontaktaufnahme mit Sony ist nicht ganz sooo easy 😉

      Antworten
      1. Marco

        Wenn du möchtest, kann ich mal einen alten Kollegen von o2 / Telefonica nach einem Kontakt fragen (blog.jannewap.ws).

        Antworten
        1. Lui Summer (Beitrag Autor)

          Das wäre auf jeden Fall nett, aber vor August werde ich sicher nicht dazu kommen 😉

          Antworten
          1. Marco

            Kein Problem. Gut Ding brauch imemr etwas Zeit. Was mir bei dem aktuellen Sch..wetter noch einfällt: Richtig gut wäre ein Review zu einer hochwertigen Kompaktkamera die problemlos mit Regentropfen in Eimergröße klar kommt und bei mäßigen Lichtverhältnissen noch gute Bilder schießt.

          2. Lui Summer (Beitrag Autor)

            Das Stimmt, schlechtes Licht und dann langsam bis gar nicht funktionierender AF und die Wasserunverträglichkeit sind wirklich ein Problem.

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