Baitcaster – Fragen und Antworten

Daiwa Tatula SV TW

Es gibt Fragen die sich besonders Anfänger fast immer stellen, wenn es um das Thema Baitcaster geht. Manchen ist es peinlich zu fragen und anderen geht es auf die Nerven die selbe Frage zum hundertsten Mal zu beantworten. Daher ist es nur logisch immer wiederkehrende Fragen und die Antworten darauf in einem Katalog mit den Titel Baitcaster – Fragen und Antworten zu sammeln!

Wer Fragen hat, kann sie gerne in den Kommentaren stellen. Ich werde versuchen sie selbst zu beantworten, oder jemanden zu finden der die Antwort kennt und dann beides in stetig wachsenden Artikel “Baitcaster – Fragen und Antworten” unterbringen.

Allgemein: Baitcaster – Fragen und Antworten

Viele Fragen sind nicht auf einen bestimmten Hersteller bezogen. Deshalb werden sie hier eingeordnet. Viel Spaß bei der Hilfe zur Selbsthilfe!

Brauche ich eine Linkshand oder Rechtshand Baitcaster?

Das kommt darauf an mit welcher Hand du kurbelst. Wenn du mit Rechts die Rute hältst und mit Links kurbelst, dann brauchst du eine Linkshand Baitcaster.

Falls du mit der rechten Hand kurbelst und somit die Rute mit der linken Hand hältst, brauchst du eine Rechtshand Baitcaster.

Linkshand oder Rechtshand orientiert sich also daran mit welcher Hand du kurbelst. Du machst das übrigens zu 99% mit der gleichen Hand wie bei deinen Stationärrollen!

Bremsen – Welche Bremsen hat eine Baitcaster?

Eine Baitcaster hat prinzipiell drei Bremssysteme. Es gibt die Spulenbremse (engl.: spool tension), die Kampfbremse (engl.: star drag), eine Magnet- und/oder Fliehkraftbremse und als zusätzliche Bremse deinen möglichst gut trainierten Daumen.

X-Act 3.0 - die drei Bremsen der Baitcaster Rolle

Die Spulenbremse (1) kontrolliert wie frei sich die Spule deiner Baitcaster bewegen kann. Sie sollte mindestens so fest angezogen werden, dass die Spule kein seitliches Spiel hat. Wer ungeübt ist, darf hier so weit zumachen, dass der Köder bei gedrückter Daumentaste so langsam zu Boden sinkt, dass ich die Spule am Schluss nicht überschlägt.

Die Magnet- und/oder Fliehkraftbremse (2) hilft dir beim Werfen. Durch Magnete oder durch Fliehkraft wird die Spule deiner Baitcaster daran gehindert sich zu überschlagen. Manchmal werden beide Bremstypen kombiniert. Man kann die Intensität der Bremskraft mit Hilfe eines Rädchens einstellen.

Die Kampfbremse (3) lässt sich über den Stern an der Seite der Kurbel einstellen. Sie ist vergleichbar mit der Front- oder Heckbremse deiner Stationärrollen. So kontrollierst du ab welcher Zugkraft die Baitcaster im Drill Schnur frei gibt. Wenn du geübter bist, kannst du auch mit dem Daumen ein bisschen mit bremsen im Drill und so die Feineinstellung vornehmen, ohne am Stern drehen zu müssen.

Mit dem Daumen kannst du die Spule, ganz kurz vor der Köder auf der Wasseroberfläche landet ein wenig bremsen, damit es kein Vogelnest gibt. Je besser dein Daumen trainiert ist, desto mehr kannst du auch die anderen Bremssysteme öffnen. Damit gewinnst du an Wurfweite, da du alles sehr offen lässt und intuitiv die Spule nur dann bremst, wenn es nötig ist.

Bremsen – Was ist eine Fliehkraftbremse?

Bei der Fliehkraftbremse gibt es verschiedene Modelle mit Pins oder kleinen Bremsärmchen. Aber es funktioniert immer nach dem selben Prinzip. Wenn die Spule zu schnell rotiert, werden die Pins, die Bremsärmchen oder was auch immer gegen einen Bremsring oder eine Bremsscheibe gedrückt. So wird die Rotation der Spule gebremst.

Shimano Scorpion 70/71

Je stärker die Spule rotiert, desto kraftvoller wird gebremst. Sobald die Spule langsamer rotiert gehen die Pins oder Bremsärmchen wieder in ihre ursprüngliche Position zurück und bremsen nicht mehr.

Bremsen – Was ist eine Magnetbremse?

Bei einer Magnetbremse muss sich die Spule in einem Magnetfeld bewegen. Das kostet Energie und dadurch wird die Rotation abgebremst. Die Stärke der Bremskraft wird eingestellt, indem man über ein Rädchen die Magnete näher an die Spule oder weiter weg bewegt.

Konger Streeto Cast R

Da immer ein Magnetfeld erzeugt wird, kann eine Magnetbremse nicht komplett ausgeschaltet sein.

Bremsen – Funktioniert eine Magnetbremse bei einer Alu Spule?

Auch wenn es unglaublich klingt, da allgemein bekannt ist, dass Eisen, Nickel und Kobalt magnetisch sind, wird auch eine Spule aus Alu von einer Magnetbremse beeinflusst.

Wer sich genau einlesen möchte, findet bei der Lenzschen Regel einen guten Ausgangspunkt für Recherchen.

Durch die Bewegung der Metallspule im Magnetfeld wird ein elektrisches Feld erzeugt. Das elektrische Feld erzeugt ein eigenes kleines Magnetfeld, das dem der Bremse entgegengesetzt ist.

Je schneller die Spule dreht, desto stärker wird das erzeugte Magnetfeld und daher auch die Bremswirkung. Bei langsamerer Rotation lässt die Bremskraft nach, da das Feld schwächer wird. Je langsamer die Spule wird, desto sanfter wird gebremst.

Kugellager – Soll ich die Kugellager tunen?

Von einem Austausch der Kugellager erhoffen sich viele eine deutlich bessere Performance. Da die verbauten Kugellager heutzutage aber meistens schon sehr gut sind, ist das eine Sache die man sich echt überlegen muss.

Falls die Kugellager langsam sind, macht es manchmal Sinn sie zuerst zu entfetten und dann, minimal geölt, wieder einzubauen.

Bei einem Tausch gegen ultra schnelle Keramik Kugellager muss man die Kosten bedenken und auch das Gefahrenpotential. Durch die schnelleren Kugellager kann die Baitcaster durchaus ein gutes Stück zickiger werden. Diese Zickigkeit muss man dann wieder durch die Bremseinstellung kompensieren, wodurch der positive Effekt zu einem großen Teil verpufft.

Getriebe Übersetzung – Was sagen mir die Zahlen?

Die bei der Übersetzung angegebenen Zahlen geben an, wie oft sich die Spule bei einer Kurbelumdrehung dreht. 6.3 : 1 bedeutet, dass die Spule sich bei einer Kurbelumdrehung 6,3 Mal dreht.

6 und darunter zählt als eher langsam. Alles mit 7 ist im Mittelfeld und alles mit 8 gilt als schnell. 9 und darüber ist High Speed.

Falls du dir überlegst deine erste Baitcaster anzuschaffen, empfehle ich eine Übersetzung im Bereich 7. Damit liegst du im Mittelfeld und kannst ohne extrem schnell oder extrem langsam zu kurbeln auch in langsame und schnelle Techniken hinein schnuppern. Später kannst du dann ja immer noch eine etwas spezialisiertere Übersetzung wählen.

Shimano: Baitcaster – Fragen und Antworten

Manche Fragen beziehen sich nur auf Shimano Baitcaster. Diese spezifischen Fragen findest du hier aufgelistet.

Was bedeuten die Zahlen in den Namen der Baitcaster?

In den Bezeichnungen der Shimano Baitcaster sind Zahlen enthalten. Diese Zahlen geben Aufschluss über zwei Dinge. Zum einen erfährst du wie groß die Spule ist. Zum anderen erfährst du ob es sich um eine Linkshand oder ein Rechtshand Modell handelt.

Shimano Scorpion 70/71

Shimano Spulengrößen

Shimano hat verschiedenen Spulengrößen. Je größer die Zahl ist, desto größer ist die Spule. Das beeinflusst die Schnurfassung und das Gewicht der Spule. Beides steigt in der Regel, wenn die Zahl höher wird. Für das Barschangeln relevant sind die Größen 30, 50, 70, 100 und vielleicht noch 150. Alles darüber ist zu groß und wäre unpraktisch.

Shimano Linkshand – Rechtshand

Die vorhin angesprochenen Spulengrößen werden hin und wieder nicht mit 50, 70 und 100 angegeben. Hier in Europa findest du meistens eine Eins am Ende, also 51, 71, 101 und so weiter. Mit der Endzahl wird angegeben ob es eine Linkshand oder ein Rechtshand Baitcaster ist. Ein Modell mit 0 am Schluss ist eine Rechtshand Baitcaster. Steht eine 1 am Ende, ist es ein Linkshand Modell.

Was ist eine DC Baitcaster?

Eine DC Baitcaster verfügt über ein Digitales Kontrollsystem. Dieses System überwacht die Rotation der Spule und passt die Bremskraft, die auf die Spule wirkt, automatisch den Gegebenheiten an. Die Messung erfolgt 1000 Mal in der Sekunde und das System versorgt sich selbst mit Energie, braucht also keine Batterie.

Shimano Scorpion DC

Während ich die Scorpion DC getestet habe, konnte ich feststellen, dass das System besonders und schlechten Bedingungen einen enormen Vorteil bringt. Man braucht ein bisschen weniger Konzentration und weniger Übung um gut klar zu kommen. Unter normalen Umständen wirft ein geübter Werfer mit einer herkömmlichen Baitcaster aber mindestens gleich weit, wenn nicht sogar ein wenig weiter.

Falls du Fragen zum Thema Baitcaster hast – die andere vermutlich auch betreffen – kannst du sie gerne in den Kommentaren posten. Ich werde sie dann mit in den Katalog aufnehmen.


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