Blei, Tungsten, Messing oder doch Stahl?

Blei, Tungsten, Messing oder doch Stahl?

Als begeisterter Angler stehst du über kurz oder lang vor der Frage für welches Material du dich bei deinen verwendeten Gewichten entscheidest. Am populärsten bei Spinnfischern sind derzeit Blei, Tungsten und Stahl. Jedes dieser Materialien bietet ganz eindeutige Vorteile, hat aber auch unbestreitbare Nachteile. Welches Material ist für dich persönlich die beste Option?

Blei – Der Klassiker

Blei ist der Klassiker schlechthin. Auch Leute die nichts mit Angeln am Hut haben, wissen, dass man Blei als Gewicht beim Angeln verwendet. Blei ist aufgrund seines recht hohen spezifischen Gewichts sehr beliebt. Außerdem ist das Material wegen des niedrigen Schmelzpunktes leicht zu verarbeiten.

Angeln mit Krebsen

Aufgrund der eher weichen Konsistenz kann Blei auch leicht in Form gebracht werden. Split Shots lassen sich meistens sogar mit den Fingern einfach zusammendrücken und mit den Nägeln ohne Probleme wieder öffnen.

Blei ist auch sehr günstig, da die Verarbeitung deutlich weniger aufwendig ist, als die der anderen Materialien.

Was allerdings nicht von der Hand zu weisen ist ist, dass Blei nicht gerade gesundheitsfördernd ist. Aus diesem Grund gibt es auch Bestrebungen diese Verwendung von Blei offiziell zu verbieten.

Tungsten – Die Luxus Variante

Tungsten (Wolfram) erfreut sich mittlerweile großer Beliebtheit. Das hat gleich mehrere Gründe. Aufgrund der hohen Dichte ist Tungsten ein ideales Material zum Bau von Gewichten.

Da das Material so schwer ist, kann man mit deutlich kleineren Gewichten auskommen als bei Blei oder Stahl. So sind aufgrund des geringeren Luft- und Wasserwiderstandes höhere Wurfweiten und eine schneller Sinkrate möglich. Auch die Präsentation eines kleinen Köders wirkt mit einem deutlich kleineren Gewicht wesentlich natürlicher.

Damiki - Armor Shad

Durch die extreme Härte von Tungsten lässt sich auch die Bodenstruktur viel besser spüren als beim deutlich weicheren Blei. Ich war bei meinen ersten Versuchen mit Tungsten extrem überrascht, wie viel mehr man mit diesem Material tatsächlich spürt.

Bei der Frage nach der Umweltschädlichkeit ist Tungsten zwar nicht komplett kritikfrei, aber steht in deutlich besserem Ruf als Blei. Auch das kann ein ausschlaggebender Grund für eine Umstellung auf dieses Material sein.

Tungsten ist aber leider sehr aufwendig in der Verarbeitung. Aus diesem Grund sind Gewichte aus Tungsten deutlich teurer, als solche aus Blei oder Stahl. Wer viele Abrisse hat, lässt hier schnell eine Menge Geld liegen.

Manche Hersteller tricksen da ein bisschen und verkaufen Produkte aus Tungsten Resin. Das ist dann eine Mischung aus Tungsten Pulver und Harz. Diese Mischung ist deutlich billiger, da sie einfach zu verarbeiten ist. Leider hat sie aber nicht mehr das hohe spezifische Gewicht von reinem Tungsten und somit leiden die Wurfweiten und die ansonsten hervorragende Rückmeldung sehr stark. Sollten “Tungsten Gewichte” auffällig billig sein, muss man genau lesen was hier eigentlich angeboten wird!

Messing – Hart und günstig

Messing ist sehr hart und etwas schwerer als Stahl. Dennoch ist auch schon ein 5 Gramm schwere Gewicht auf Messing ziemlich wuchtig.

Für kleine Creatures am Texas Rig ist dieses Material nicht geeignet. Aber wer zum Beispiel für das Carolina Rig Bullets sucht, die vertretbar schwer, nicht so schädlich wie Blei und nicht so teuer wie Tungsten sind, ist bei Messing gut aufgehoben.

Stahl – Der Außenseiter

Gewicht aus Stahl wären eigentlich eine tolle Option. Sie sind verhältnismäßig umweltfreundlich. Außerdem sind sie leichter zu verarbeiten als Tungsten. Auch der Preis kann sich wirklich sehen lassen.

Der Stahl ist zwar hart, aber aufgrund seines vergleichsweise geringen spezifischen Gewichtes fallen die Gewichte sehr groß aus. Eine natürlich Präsentation eines kleinen Köders ist mit vernünftigen Wurfgewichten kaum mehr möglich. Auch die Rückmeldung leidet sehr, da das Gewicht von Stahl einfach zu gering ist.

reins - Curly Curly 4"

Zudem habe ich schlechte Erfahrungen bei der Verarbeitung von Stahl Bullets gemacht. Durch die innen geführte Schnur in Verbindung mit rauem oder kantigem, sehr harten Metall ist der Frust schon vorprogrammiert.

Das könnte natürlich theoretisch auch bei Tungsten Bullets passieren, war aber bei mir noch nie so. Ich vermute, dass sich die Hersteller bei dem eher teuren Produkt schon Mühe geben die Kundschaft nicht unnötig zu frusten.

Was ist meine Wahl?

Aus praktischen Gründen fällt Stahl für mich leider komplett aus der Liste der Möglichkeiten. Messing verwende ich auch nur im Notfall. Also bleiben noch Blei und Tungsten übrig. Allerdings versuche ich stark meinen Bleiverbrauch, der Umwelt zuliebe, zu reduzieren. Daher werden die Blei Gewichte nach und nach gegen die nicht ganz billigen Tungsten Gewichte ausgetauscht. Nur in Ausnahmefällen kaufe ich noch neues Blei.

Blei, Tungsten, Messing oder doch Stahl?

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