Iron Claw – The Tool NG 501

Iron Claw – The Tool NG 501

Etwas überrascht war ich schon, als ich die The Tool NG 501 von Iron Claw ausgepackt habe. Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Die Gefühle waren etwas gemischt. Dieses Mischung der Gefühle war übrigens absolut unbegründet, ein Gefühl wäre durchaus ausreichend gewesen. Wie sich die Iron Claw – The Tool NG 501 am Wasser schlägt und wo die Stärken und Schwächen liegen erfährst du jetzt.

Iron Claw – The Tool NG 501

Was der Bauer nicht kennt frisst er nicht! Zumindest mir geht es oft so. Lange hat es gedauert, bis ich mich an normale Baitcaster Rollen getraut habe. Mittlerweile ist der Umstieg auf großteils Baitcaster eine der besten Entscheidungen die ich in meinem Anglerleben getroffen habe. Eine Roundprofile Baitcaster wie die Iron Claw – The Tool NG 501 ist aber, auch optisch, noch einmal eine ganz andere Liga.

Das merkt man auch am Wasser. Ich habe viele schräge Blicke geerntet. Das fischen vom Ufer mit der Baitcaster ist bei uns prinzipiell eher eine ungewöhnliche Neuigkeit. Wenn man dann noch dazu mit einer Roundprofile Baitcaster antanzt werden die Blicke noch verwunderter. Ich glaube einige dachten ich glaubte am Meer zu sein und das Ufer mit einem Boot verwechselt zu haben. Umso mehr Spaß macht es mir dann ihre Blicke zu sehen wenn sie die Wurfperfomance der The Tool NG 501 zum ersten Mal mit eigenen sehen. Die Veränderung in den Gesichtern zu sehen ist Gold wert!

Erste Eindrücke der Iron Claw – The Tool NG 501

Optisch gesehen macht sie schon etwas her, die kleine Roundprofile Baitcaster. Rot und Schwarz mit silbernen Highlights nicht zu aufdringlich, nicht zu graue Maus. Damit sollte eigentlich jeder leben können. Mir gefällt es zumindest.

Als ich das Bild auf der Packung gesehen habe, dachte ich die Iron Claw – The Tool NG 501 sei wesentlich größer, als sie es dann wirklich war. Ich habe verhältnismäßig kleine Hände und kann die The Tool NG 501 wirklich perfekt mit meiner Hand umfassen, auch wenn sie an einer Rute montiert ist.

Iron Claw – The Tool NG 501Sie ist auch mit einem Gewicht von 211 g noch wirklich gut im Rahmen. Besonders wenn man bedenkt wie viel Metall verarbeitet wurde. Bis auf den Daumentaster, die Knobs, das Rädchen zum verstellen der Magnetbremse und die Keramik in der Schnurführung kann ich – als nicht Raumfahrtstechniker – nichts aus Kunststoff erkennen. Auf jeden Fall macht das Teil einen massiven und hochwertigen ersten Eindruck.

Cool wirkt auch der asymmetrische Look der Rolle. Sie ist nicht auf beiden Seiten gleich groß. Auf der Seite der Kurbel hat das Gehäuse einen größeren Durchmesser als auf der anderen Seite. Das macht auch durchaus Sinn. Dadurch kann man die Rolle deutlich besser halten, auch wenn man keine Goliath Hände hat.

Iron Claw – The Tool NG 501Die Übersetzung von 6,2 : 1 ist im Mittelfeld angesiedelt und ist somit durchaus Allround einsetzbar. 90 Meter 0,28er Mono sind für meinen Anwendungsbereich auch auf jeden Fall genug. Mehr als 0,25er fische ich eh nie und wenn ich meine Lieblingsschnur – die Pure Contact von Iron Claw in 0,06 – spule komme ich damit bis zum Mond.

Iron Claw – The Tool NG 501Was mit allerdings gleich auffällt ist, dass ich auf keinen Fall Mono oder Fluo auf der The Tool NG 501 fischen werde. Das hat einen ganz simplen Grund. Der Durchmesser der Spule ist so klein, dass ich glaube eine Mono oder Fluo würde mit den engen Wickelungen nicht ganz klar kommen. Geflecht hat aber auch keinen Fall ein Problem damit. Das ist aber nicht nur ein Nachteil, der wirklich minimale Spulendruchmesser macht es möglich einen ganzen Haufen Gewicht zu sparen.

Der Rollenfuß der The Tool NG 501 ist komplett aus Metall und kommt ohne irgendwelche Beschichtungen aus. Daher passt er auch perfekt in die Rollenhalterungen feinerer Baitcaster Ruten. Dabei hatte ich mit anderen Rollen schon Probleme, da bei extrem feinen Ruten manchmal die Rollenhalterung nicht zu 100% geschlossen werden konnte. Das war zwar kein Performance Problem, aber optisch hat es mich schon genervt. Mit dieser Rolle gibt es das Problem auf keinen Fall.

Iron Claw – The Tool NG 501Die kleine Roundprofile Baitcaster hat laut Angaben 7 + 1 Kugellager. Aber das erwähne ich nur der Vollständigkeit halber, da Kugellager Schall und Rauch sind. Es kommt mehr auf die Qualität der Kugellager und auf die Platzierung an. Wenn ein Herstellern mit 150 Kugellagern wirbt und 100 davon in den Knobs verbaut sind bringt das herzlich wenig. Aus diesem Grund lege ich nur wenig Wert auf die Anzahl, was zählt die Performance am Wasser!

Was mit aber schon Bauchweh bereitet hat, auf den ersten Blick ist, dass man wirklich Werkzeug braucht um die Seitenabdeckung zu entfernen und die Spule entnehmen zu können. Wie wird das wohl in der Praxis mit dem ultra feinen Geflecht? Was mache ich, wenn es sich wie bei anderen Rollen auch schon, an der Rolle vorbei schummelt und in der Achse hängt?

Das kann man nur praktisch am Wasser testen und dazu wollen wir jetzt übergehen. Theorie schon und gut, Praxis ist aber besser, weil mehr Wasser und mehr Fisch im Spiel ist.

Die Iron Claw – The Tool NG 501 im Ernstfall

Als erstes werden die Bremsen eingestellt. Die Star Drag – also die Kampfbremse – lässt sich ausreichend fein einstellen und funktioniert so wie man sich das erwartet. Die Spulenbremse, oder Spooltension, ist nicht wie gewohnt. Aber sympathisch nicht wie gewohnt. Beim Einstellen braucht man ein bisschen mehr Kraft als bei anderen Baitcastern, da das Stellrädchen mehr Widerstand bietet. Dadurch läuft man aber auch nicht Gefahr sie versehentlich zu verstellen, was bei anderen Modellen durchaus passieren kann.

Zudem hat die Einstellung der Spooltension einen recht weiten Weg. Man muss recht lange drehen, bevor eine merkliche Änderung passiert. Das ist ein Vorteil, da man sie umso genauer einstellen kann. Dafür muss man sich einmal ein paar Sekunden Zeit nehmen und dann ist gut. Man verstellt die Spooltension ja nicht andauernd, von daher sehe ich den weiten und genau einstellbaren Weg der Spooltension nur als Vorteil.

Iron Claw – The Tool NG 501Die Magnetbremse hat zehn Einstellmöglichkeiten. Wobei ich sie meisten auf der allerersten Einstellung habe und das für mich völlig ausreichend ist. Wer ein bisschen höher geht hat wirklich eine gute Versicherung gegen Perücken. Die Bremse funktioniert absolut tadellos. Dennoch möchte ich hier einen kleinen Kritikpunkt anbringen, da wir ja auch sehr hohem Niveau meckern wollen. Zumindest bei meinem Modell ist es so, dass die Beschriftung der Magnetbremse nicht ganz genau mit dem Pfeil auf dem Einstellrädchen übereinstimmt. Es ist etwa um einen Millimeter versetzt und zeigt zum Beispiel, wenn zwei eingestellt ist, auf drei. Das weiß ich aber mittlerweile und der Funktion tut es keinen Abbruch. Es ist nur eine kleine Unperfektheit, die vielleicht auch bei anderen Modellen nicht zu finden ist!?

Iron Claw – The Tool NG 501Laut Katalog ist die The Tool NG 501 für Finesse Methoden geeignet. Was vielleicht manchen suggeriert, dass sie mit sehr niederen Wurfgewichten kein Problem hat. Finesse und Ultra Light ist aber nicht das Gleiche, kann sein, muss aber nicht! An dieser Stelle möchte ich beruhigen, die The Tool NG 501 kann auf jeden Fall auch mit wenig Wurfgewicht sehr gut auskommen. Wer will kann auch drunter gehen, aber ich denke mit einer entsprechenden Rute und 3,5 g Wurfgewicht sollte wirklich absolut jeder klarkommen. Die kleinen Iron Claw – Apace S60 TW Stickbaits mit 3,5 g  fliegen wirklich schön an der kleinen Roundprofile Baitcaster.

Iron Claw – The Tool NG 501Auch meine Frau Linda, die dieses Jahr in Italien das zweite Mal angeln war und das erste Mal mit einer Baitcaster hatte null Problem. Normalerweise ist es nämlich schon frech beim ersten Mal Baitcastern mit einem 4,8 g Crankbait anzufangen. Dennoch hat meine Frau keinen einzigen ärgeren Backlash geworfen. Am Ende des ersten Tages konnte sie die Magnetbremse auf die Stufe zwei reduzieren und anständig weit werfen. Ich persönlich fische sie meistens auf Stufe eins und erledige den Rest mit dem Daumen.

Dafür gibt es drei Gründe. Erstens hatte sie wohl den besten Lehrer überhaupt. Zweitens ist sie ein Naturtalent und drittens ist die The Tool NG 501  extrem gutmütig. Sie ist wirklich mit Abstand die gutmütigste Rolle die ich je geangelt habe. Ab der Stufe drei oder vier ist es eigentlich nicht mehr möglich eine Perücke zu werfen, dennoch ist die Wurfperformance wirklich gut.

Iron Claw – The Tool NG 501Trotz, oder vielleicht sogar genau wegen, der offensichtlich präzisen Verarbeitung von sehr filigranen Teilen ist die The Tool NG 501 mit dem Metallgehäuse ein kleiner Panzer. Ich bin nicht immer ganz vorsichtig und hin und wieder hat sie schon ein bisschen einstecken müssen. Hier und da gibt es einen kleinen Lackfehler wegen Steinen, Mäuerchen und diversen anderen harten Orten wo sie gelandet ist oder unvorsichtig abgelegt wurde. Vielleicht sollte ich ein bisschen besser auf mein Angelzeug achten. Dennoch arbeitet sie wie am ersten Tag. Eigentlich sogar noch besser!

Ich habe ja vorhin erwähnt, dass die mit 3,5 g auf jeden Fall für Otto Normalverbraucher ohne Tuning fischbar ist. Gibt ihr bitte ein bisschen Zeit, falls du nicht sofort zufrieden bist. Ich hatte das Gefühl, dass sich die Wurfeigenschaften am ersten Wochenende wirklich deutlich spürbar verbessert haben. Es braucht ein kleines bisschen Zeit, aber danach ist man wirklich überrascht was mit dem kleinen Panzer möglich ist.

Iron Claw – The Tool NG 501Anfangs erwähnte ich, dass ich ein bisschen Angst hatte die feine Braid könnte sich seitlich an der Spule vorbei schummeln und sich dort festfressen. Nach etlichen Monaten Testphase ist mir das aber kein einziges Mal passiert. Offensichtlich wurde hier mit so geringen Toleranzen gearbeitet, dass es so gut wie unmöglich ist auf diese Art einen Wickel zu produzieren.

Mittlerweile bin ich sehr überzeugt von der anfänglich mit Skepsis betrachteten Roundprofile Baitcaster. Sie ist sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittenen Baitcasterianer ein feines Stück Ingenieurskunst! Der Kurs für die Rolle ist übrigens auch wirklich fair. Sogar die UVP wäre fair, aber sie wird bei verschiedensten Anbietern zu einem deutlich besseren Kurs gehandelt, da kann man eigentlich nur noch zuschlagen.

Eckdaten: Iron Claw – The Tool NG 501
Kugellager: 7 + 1
Übersetzung: 6,2 : 1
Gewicht: 211 g
Schnurfassung: 90 m / 0,28 mm
Spule: Aluminium
UVP: € 119,95

Danke an Sänger/Iron Claw für das Testobjekt!

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