[Werbung] Der Kaesu Ohira ist mittlerweile der zweite Hardbait des japanischen Herstellers der seinen eigenen Testbericht bekommt. Aktuell sind die Köder noch nicht in jedem Angelladen zu bekommen in Europa, aber die Versorgungssituation hat sich extrem gebessert und darum muss er jetzt genauer untersucht werden. Was genau den Ohira so ausmacht erfährst du in diesem Testbericht.
Der erste Kaesu Köder den ich getestet habe war auch schon ein Swimbait. Dabei hat es sich um den extrem wandelbaren Kaesu KRK gehandelt. Beim Ohira finden sich Dinge die sich beim KRK schon bewährt haben aber auch Features die ich von dort noch nicht kenne. Man darf gespannt sein!
Optik des Kaesu Ohira
Der Kaesu Ohira ist von der Hochrückigkeit irgendwo in der Mitte angesiedelt. Er ist zwar nicht so hochrückig wie ein Bluegill Swimbait, aber doch etwas höher als viele andere. Das hilft ein bisschen bei der Präsenz im Wasser und wirkt dennoch optisch nicht überwältigend.

Auf den ersten Blick sieht man einen schönen aber nicht besonders extravaganten Swimbait. Und genau hier trügt der Schein, aber darauf werden wir bei den Features noch näher zu sprechen kommen. Die Kopfpartie ist in typischer JDM Machart schön detailliert. Es gibt schön ausgearbeitete Kiemendeckel, schöne 3D Augen und auch etwas das eine Maulspalte sein könnte.

Die Flanken des Ohira haben ein schönes, eingearbeitetes Schuppenmuster sowie eine sichtbare und spürbare Seitenlinie. Von der Form her könnte man die Flanken als flach mit minimaler Wölbung bezeichnen. Der Übergang zum Rücken und zum Bauch hin ist recht zackig, aber schön abgerundet und nicht eckig.
Besonderheiten finden wir Optisch besonders am Bauch und im Bereich vom After bis zur Schwanzflosse. Hier findet man eine interessante Luke, eine spezielle Verdickung die eine Flosse darstellen könnte über dem Haken und eine weiche Schwanzflosse. Die Schwanzflosse ist übrigens auch mit Flossenstrahlen verziert. Ansonsten wirkt diese Schwanzflosse auf den ersten Blick nicht besonders. Auf den zweiten Blick im Wasser zeigt sie dann aber ihr Potential.

Die Farbmuster sind schön gestaltet. Wenig überraschend für einen JDM Swimbait ist auch die tadellose Verarbeitung der Lackierung, die aber dennoch immer wieder Freude macht. Es ist zwar zu erwarten, aber es freut mich immer wieder sehr wenn ich sehe warum JDM Tackle auch optisch und nicht und in der Funktion überzeugt.

Wenn ich mir die Hardware anschaue bin ich auch sehr zufrieden. Die Haken sind meiner Meinung nach stark genug und zum Glück auch nicht zu dick drahtig. Ich mag es wenn man nicht anhauen muss wie ein Irrer um den Haken zu setzen, sondern wenn ich Fisch schon hängt wenn er den Köder nur schief anschaut. Für jeden der mit der Bremse seiner Rolle umgehen kann ist die Hardware des Ohira auf jeden Fall super dimensioniert.
Dimensionen des Kaesu Ohira
Der Kaesu Ohira ist ein Floater der es auf 16,5 cm und ein Gewicht zwischen 42 und 49 g bringt. Der Unterschied im Gewicht ergibt sich durch das spezielle System mit dem man den Auftrieb des Ohira verändern kann. Das wird bei den Features noch genau besprochen.
Features des Kaesu Ohira
Der auf den ersten Blick wenig auffällige Ohira hat es faustdick hinter den Ohren und hat innere Werte die man man erst am Wasser zu schätzen lernt.
Tail Design
Der Elastomer Schwanz des Ohira ist mit zwei Pins aus Kunststoff befestigt. Durch das Material ist der Schwanz sehr bissresistent, sollet aber nicht unbedingt mit anderen Gummiarten in Berührung kommen. Darum hat Kaesu eine spezielle Clam Shell beigelegt die man für den Transport am Schwanz anbringen kann. Dann ist er perfekt vor anderen Gummiarten geschützt und auch immer optimal in Form.

Wenn man sich das Design der Schwanzflosse des Kaesu Ohira genauer ansieht findet man eine Besonderheit. Die untere Hälfte der Schwanzflosse ist vertikal ausgerichtet und wirkt somit natürlich. Bei der oberen Hälft ist sie aber horizontal ausgerichtet, da sie speziell verdickt ist zu den Seiten hin und auch deutlich weniger hoch ist. Dadurch entsteht eine ganz besondere Aktion in den Pausen.

Sobald der Kaesu Ohira durch die Wassersäule steigt oder sinkt entwickelt die Schwanzflosse ein ganz spezielles Eigenleben. Plötzlich beginnt die Schwanzflosse sich abwechselnd nach links und rechts zu bewegen. Wenn der obere Teil nach links geht, geht der untere nach Rechts und so entsteht eine scherenartige Bewegung. Die Enden der Schwanzflosse überkreuzen sich ständig und stehen nie stillt. Das sieht auf jeden Fall extrem cool aus und das habe ich davor auch noch nie gesehen. Kaesu bezeichnet es als „seitliche Shake-Bewegung“.
Reload Weight System
Das Reload Weight System kennen wir schon von KRK her. Beim Kaesu Ohira wird aber nur mit zwei statt mit vier Kugeln gearbeitet. Das Reload Weight System wird mit zwei Plastik und zwei Tungsten Kugeln auf die persönlichen Wünsche angepasst. Diese Kugeln werden einfach in die Öffnung im Bauch eingeführt und mit einem Verschluss gesichert.

Wie wir das von Kaesu kennen ist natürlich das notwendige Zubehör mit geliefert. Alle vier Kugeln sind im Lieferumfang enthalten, sowie auch eine zweite Abdeckung für die Bauchhöhle, falls etwas passieren sollte. So bekommt man grundsätzlich drei Konfigurationen hin, aber man kann auch noch mehr eigene Experimente starten.
High Floating ist der Kaesu Ohira wenn du zwei Plastik Kugeln verwendest. So kann er in sehr flachen Bereichen und als Wakebait geangelt werden. Wenn es nötig ist kann er auch zügig aufsteigen vor einem Hindernis und so einen Hänger vermeiden.

Floating angelt man den Ohira mit einer Tungsten Kugel und einer Plastik Kugel. Damit bekommt man ihn je nach Wurfweite, Schnur, Kurbelgeschwindigkeit und Wassertemperatur auf eine maximale Tiefe von gut 2,5 Metern. Meiner Erfahrung nach macht es in der Praxis keinen Unterschied welche Kugel vorne und welche hinten verbaut ist. Aber vielleicht gibt es jemanden der sogar darin eine weitere Optimierungsmöglichkeit sieht.
Slow Floating wird der Kaesu Ohira wenn du ihn mit zwei Tungsten Kugeln füllst. Durch die langsame Geschwindigkeit beim Aufsteigen bleibt der Swimbait länger in der Strike Zone. Zudem taucht er durch das höhere Gewicht auf fast 3 m ab, wenn das Tackle stimmt.
Tauchschaufel
Die Tauchschaufel ist so geformt wie bei einem Square Bill Crankbait. Wie wir alle wissen, sind Square Bill Crankbaits super dafür geeignet in Steinen und im Holz gefischt zu werden, da diese Form bei einer Tauchschaufel Hänger sehr effektiv vermeidet. Zudem lässt sie den Köder nach einem Kontakt nach einen kurzen Richtungswechsel schön weiterlaufen.

Nicht zuletzt ist die Tauchschaufel auch für die Deadwalk Fähigkeiten des Kaesu Ohira verantwortlich. Sollte im schlimmsten Fall etwas passieren, gibt es Ersatztauchschaufeln. Aber ich würde mir da keine Sorgen machen, sie ist nämlich so stabil angebracht das ich lange überzeugt war man könne sie nicht entfernen.
Der Kaesu Ohira am Wasser
Beim Angeln mit diesem sehr speziellen Swimbait sind mir einige Sachen sehr aufgefallen. Auch wenn der Ohira eigentlich als oversized Crankbait entworfen wurde, hat er einen Deadwalk der sich mit den Legenden dieser Kategorie messen kann. Das ist ganz bestimmt nicht zuletzt auf das großzügige Spiel im Gelenk zurückzuführen. Auf den Deadwalk und die optimale Konfiguration dafür komme ich später noch zu sprechen.
Verwendest du den Kaesu Ohira so wie es gedacht ist und kurbelst ihn einfach mehr oder weniger gemütlich runter hast du einen extrem präsenten Köder im Wasser. Durch die flache und doch eher hohe Körperform sowie die stark rollende Bewegung verdrängt der Ohira einiges an Wasser. Je weniger Gewicht du im Bauch verwendest, desto stärker fällt die rollende Bewegung aus.

Wenn du ihn mit beiden roten Kugeln angelst, kannst du den Ohira auch wunderbar als langsamen Wakebait verwenden. Da empfiehlt es sich dann aber auch Nylon oder Geflecht als Hauptschnur zu verwenden, um ein Abtauchen so gut wie möglich zu verhindern. Wahlweise kannst du ihn natürlich auch knapp unter der Oberfläche führen und ihn dennoch eine leichte Welle schieben lassen, was auch oft gut funktioniert.
Packst du mehr Gewicht in den Bauch wird die rollende Bewegung etwas eingebremst, aber du hast andere starke Vorteile. Natürlich kommst du mir mehr Gewicht auch tiefer hinunter. Gerade in tiefen Gewässern kann das ein Vorteil sein. Wenn das dein Ziel ist lohnt es sich Fluorocarbon als Hauptschnur zu verwenden, da es selbst auch Sinkt. Nylon ist weniger ideal und Geflecht drückt einen Swimbait eher nach oben.

Falls dir das zu wenig ist, kannst du den Kaesu Ohira natürlich noch unterstützen beim Tiefgang. Ich habe eine Bodensee Konfiguration gefunden die es mir erlaubt den Ohira noch tiefer anzubieten. Dafür verwende ich zwei Tungsten Kugeln und zusätzlich noch drei Klebegewichte.
Die Klebegewichte habe ich so gut wie möglich dort angebracht wo sie auch die festen Gewichte im Inneren des Swimbaits befinden. Wenn man das so macht verändert man die Aktion so wenig wie möglich. Ein Gewicht über die Öffnung im Bauch zu kleben ist nur eine Option wenn du dir absolut sicher bist das du die Kugeln länger nicht verändern willst.

Ich habe am vorderen Segment des Ohira zweimal ein 1,2 g Gewicht aufgeklebt und am hinteren Teil eines mit 0,55 g. Wer sich mit Swimbaits auskennt weiß was für einen Unterschied die insgesamt 2,95 g ausmachen können. So ist er sehr nahe an einer neutralen Balance. Mit dem Hard Mono Vorfach, dem Snap und dem Wirbel zusammen ist er mit einer Nylon Hauptschnur je nach Wassertemperatur ein Ultra Slow Floater, ein Suspender oder ein Ultra Slow Sinker. An einer Fluorocarbon Schnur sinkt er mit dieser Konfiguration auf jeden Fall langsam.
Da wir das Thema Deadwalk noch nicht komplett behandelt haben, müssen wir auch darüber noch einmal reden. Der Ohira möchte dir im Allgemeinen die komplette Kontrolle überlassen. Wenn ich vom Ufer in einem stehenden Gewässer angle reichen kleine Impulse für die Rolle um ihn perfekt im Deadwalk zu führen. Vor ich die Beschreibung gelesen habe, war ich überzeugt das er extra für den Deadwalk gebaut wurde.

Auch auf dem Boot ist er super im Deadwalk zu angeln aber ich bevorzuge dafür windstille Tage oder zumindest die Verwendung eines Driftsackes. Wenn die Drift nämlich ein bisschen zulegt musst du den Kaesu Ohira auf jeden Fall über die Rute führen, da reicht die Rolle nicht mehr aus für einen sauberen Deadwalk. Und ich liebe es halt leider nur über die Rolle zu führen.
Der Deadwalk wird übrigens ausgeprägter und schöner je mehr Gewicht zu im Reload Weight System verpackst. Man kann ihn natürlich auch als High Float als Topwater Köder Deadwalken, aber es braucht ein bisschen mehr Koordination als mit mehr Gewicht. Eine Tungsten Kugel erleichtert den Deadwalk schon sehr und eine zweite Tungsten Kugel macht ihn zum Kinderspiel.

Die aufreizende Shake Bewegung der Schwanzflosse braucht wirklich nicht viel Energie und ist auch bei einem Slow Floater oder Ultra Slow Floater beim Aufsteigen zu sehen. Mir macht es so Spaß das zu beobachten, dass ich ihn manchmal auf Sicht schon etwas entfernt aufsteigen lasse nur um ihn kurz vor den Füßen nochmal runterzukurbeln und aufsteigen zu lassen.
Diese Aktion zeigt der Ohira natürlich in jeder Pause im Freiwasser. Man kann das aber auch ganz bewusst nutzen. So können Unterstände mit ganz subtilen Reizen langsam ausgeangelt werden. Oft werden Räuber durch die Aktion beim Cranken angelockt, aber der letzte Rest gibt ihnen dann diese ganz subtile Aktion, wenn der Köder vermeintlich still im Wasser chillt und auf jeden Fall keine Gefahr von ihm ausgeht.
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Mein Fazit zum Kaesu Ohira
Der Kaesu Ohira ist ein extrem wandelbarer Swimbait der eigentlich als großer Crankbait konzipiert ist, aber auch einen wunderbaren Deadwalk hat. Der Deadwalk ist so gut, dass ich zuerst dachte er sei genau dafür gebaut worden. Mit seiner Vielseitigkeit ist der Kaesu Ohira seit vielen Wochen ein ständiger Begleiter in meiner Swimbait Box und wird da wohl auch für lange Zeit erhalten bleiben.
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