Die Drunk Baits

Drunk Baits - Champagner Steffi

Als ich gefragt wurde, ob ich die neuen Drunk Baits testen möchte, entstand ein innerer Kampf in mir. Auf der einen Seite bin ich immer erfreut über neues Spielzeug. Auf der anderen Seite stand ich den Drunk Baits sehr  skeptisch gegenüber. Das teilte ich dann auch so mit, dennoch landete kurz darauf ein nettes Paket in meinem Postkasten. Danke dafür! Offensichtlich sind die Jungs so überzeugt von ihrem Produkt, dass sie sich auch ohne mit der Wimper zu zucken einem skeptischen Tester stellen. Vor so viel Selbstvertrauen ziehe ich meinen Hut!

Erster Eindruck der Drunk Baits

Meine ersten Eindrücke der Drunk Baits kamen aus dem Internet. Die sehr solide Form der Frontpartie ist mit einem extrem dünnen Schwanzstil und einem ziemlich großen Schwanzteller kombiniert. Zumindest in der vorderen Hälfte wird da wohl nicht viel bewegt. Anscheinend ist das laut Internet auch nicht schlimm längere Haken zu verwenden, da die Brust und Bauch der Drunk Baits eh steif sind. Klar kann man damit, ohne Stinger, den einen oder anderen Biss mehr verwerten. Aber “da vorne tut sich eh nichts” war für mich etwas schräg und ob das durch die Restaktion ausgeglichen werden kann… naja.

Der zweite Punkt der mir etwas sauer aufgestoßen ist, war – und ist – das Marketing. Bitte nicht falsch verstehen, die Jungs von Drunk Baits haben ein super Marketing! Zudem haben sie zum Marketing dazu auch eine eigene Bait Form entworfen. Das ist eine Leistung die ich auf jeden Fall zu würdigen weiß und die sie von anderen deutschen Brands mit gutem Marketing abhebt.

Drunk Baits - Caipirinha Claus

Was mir aber von Anfang an etwas unsympathisch war, ist die “Besoffen”-Schiene. Alle Farbvarianten sind nach einem unterschiedlichen Drink benannt und optisch auch perfekt auf ihren Namen abgestimmt. Ich bin absolut nicht abstinent oder so etwas ähnliches. Bier, Whisky und andere feine Dinge weiß ich sehr zu schätzen. Aber das ganze “saufen ist super”-Party-Disko-Bling-Bling Getue ist mir auch außerhalb der Angelei ein Gräuel. Nichts für ungut Jungs, ich hätte es halt anders gemacht, aber ich kann mir schon vorstellen, dass das verkaufstechnisch richtig gut läuft!

Zweiter Eindruck der Drunk Baits

Jetzt genug vom Internet und von Vorurteilen. Was erwartet dich wenn du die Drunk Baits in den Händen hältst? Die einzelnen Packungen sind sehr großzügig gehalten und die Drunk Baits werden durch ein kleines Plastikschälchen vor Verformungen geschützt. Außerdem fällt noch positiv auf, dass eine Empfehlung aufgedruckt ist, bei welcher Gewässerfärbung und bei welcher Lichtmenge die jeweilige Farbe am besten funktioniert.

Beim ersten reinschnuppern in die Packung kommt einem leider nur “Gummistiefel” und kein Tintenfischduft entgegen. Wenn man eh nicht extrem langsam angelt und die Drunk Baits jiggt ist das vielleicht auch nicht so wichtig. Wer den Geruch ändern möchte kann sich ja mit einem Stift, einem Spray oder einer Paste Abhilfe schaffen.

Drunk Baits - "Popper Maul"Nun zum eigentlichen Bait. Auffallend ist das große, rote, popper-förmige Maul das alle Farben der Drunk Baits gemeinsam haben. Eigentlich dient das “Maul” dazu den Jigkopf besser aufzunehmen. Fun Fact: Man kann das Teil aber auch super als Saugnapf missbrauchen und Drunk Baits an Scheiben oder Kühlschränke pappen! Zudem haben alle die betrunkenen Augen mit Sternchen in der Pupille. Hinter den Augen befinden sich drei kleine Kiemenschlitzchen. Unter dem Kiemenschlitzen sind Brustflossen angebracht. Diese Brustflossen sorgen sicher für ein bisschen mehr Trubel unter Wasser.

Drunk Baits - Bourbon Bernd Der Körper der Drunk Baits ist kreisrund und bis hin zum Schwanzansatz tatsächlich sehr steif. Dafür ist der Schwanzstil ultra dünn und mit einem ordentlich großen, sehr steil stehenden Paddel, das für Druckwellen sorgt.

Drunk Baits - Caipirinha Claus

Die Drunk Baits am Wasser

Ich hasse Jigköpfe! Die Drunk Baits sind aber für Jigköpfe ausgelegt. Da wird mir wohl nichts anderes übrig bleiben als in den sauren Apfel zu beißen! Trotzdem habe ich zuerst nach alternativen Verwendungsmethoden gesucht und auch zwei gefunden. Leider ist es aufgrund der Konstruktion nicht möglich die Drunk Baits vernünftig mit einem Wide-Gap Haken zu kombinieren. Andere Varianten sind aber möglich.

Zum einen kann man die Drunk Baits durchaus als Trailer für Spinnerbaits nehmen. Beim Spinnerbait angeln mit Trailer ist es absolut ausreichend wenn einer der beiden nüchtern ist. Durch ihren breiten Kopf und den massiven Körper sorgen sie für ordentlich Auftrieb und man kann den Spinnerbait auch bei geringer Wassertiefe relativ langsam führen.

Mojito Mike am SpinnerbaitMan kann den Drunk Baits auch, mittels Nailsinker, einen Kiel einbauen und ihm nur einem Stinger ganz langsam durch flaches Wasser schwimmen lassen. Auch hier macht sich der starke Auftrieb durch den breiten Kopf bemerkbar.

Magenbitter Manni mit Nailsinker und StingerZurück zum Jigkopf, denn dafür sind die Drunk Baits eigentlich konzipiert. Trotz aller inneren Widerständen habe ich es dann doch versucht, zumal ich ja wissen wollte wie die neue Baitcaster Kombo mit einen Jigkopf klar kommt. Ich habe eine Steffi montiert und sie eher lustlos an der Rute baumeln lassen. Dann zog ich mit wenig Erwartung einen Achter vor meinen Füßen und siehe da, der Tellerschwanz der Steffi arbeitet echt krass! Da lohnt sich vielleicht doch ein Wurf.

Drunk Baits - Champagner Steffi mit HechtBereits beim dritten Wurf spürte plötzlich einen massiven Widerstand, der sich auch sofort in eine rasante Flucht verwandelte. Ein paar Fluchten später bekam ich meinen “Spielkameraden” zum ersten mal zu sehen. Die Steffi hat meinen bis jetzt auch jeden Fall größten Hecht ans Band gezaubert. Wenig später hatte ich meinen bisher recht bescheidenen Personal Best beim Hecht auf 88 Zentimeter gesteigert. Zwei Würfe später wurde ich auch prompt daran erinnert warum ich Jigköpfe hasse – unlösbarer Hänger… abreißen, super toll!

Drunk Baits - Champagner Steffi mit Hecht

Mein Fazit

Die Drunk Baits sind für die durchschnittlich doch recht kleinen Bodensee Barsche recht massiv. Hier sehe ich die Drunk Baits eher als Hechtköder. In Gewässern mit guten Dickbarsch Bestand kann damit aber durchaus auch gezielt auf Barsche geangelt werden. Für das wofür sie gemacht sind, sind die Drunk Baits super. Sie laufen am Jigkopf echt cool! Leider sind sie – und ich hoffe ihr seid mir nicht böse liebe Drunk Baits Gang – nicht mein Köder, auch wenn sie echt gut funktionieren. Ich liebe eben Wide-Gap Haken und schwierige Spots und dafür sind die Drunk Baits einfach nicht konzipiert!

Vielen Dank an Drunk Baits für das Sponsern der Testprodukte!

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7 Kommentare

  1. Simon

    Schön geschrieben 😉

    Mir persönlich sind sie auch etwas zu groß aber für das wofür sie gemacht sind sind sie extrem fängig
    Ich lasse sie gern einfach mit mini-nailsinker in die Strömung reintreiben und zieh sie lustlos rum, durch die tolle schaufel machen die in der Strömung echt gut bewegung und locken gut.

    Glg

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    1. Lui Summer (Beitrag Autor)

      Danke für das Lob und für den informativen Kommentar Simon!

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  2. Marco

    Fantastisch Lui! Im Artikel sind ziemlich genau alle Argumente angeführt, die ich in der Kommunikation mit der Drunk Bait Gang angebracht habe.

    Einzig beim Punk “Marketing” würde ich noch etwas tiefer in die Contra-Kiste greifen. Man muss das Rad zwar nicht neu erfinden, aber die Nähe zum LK-Branding ist für mein Verständnis etwas to much.

    Wirklich ausschlaggebend für die Absage zum Testbericht im HR waren aber die mangelhafte Einsatzsvielfalt und die “saufen is geil” Assoziation.

    Wer das Targeting / die Zielgruppe des Produkts mit “Alk & Jigs” definiert, der hat aus Marketingsicht vieles richtig, aber doch alles falsch gemacht.

    Sorry, NOT my style!

    Prost,
    Marco

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    1. Lui Summer (Beitrag Autor)

      Ich sehe, wir bewegen uns auf einer Wellenlänge! Danke für den Kommentar Marco <3

      Antworten
      1. Marco

        Das fällt dir aber sehr spät auf 🙂

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        1. Lui Summer (Beitrag Autor)

          Besser spät als nie 😀

          Antworten
  3. Daniel Andriani

    Hi Marco it’s Daniel here (hope it’s ok that I write in English). Actually the association Drunk Bait has with alcohol is that drinkers are “the ones that get picked on” = Getting drunk makes you an “Opfer” (not a good thing). I believe generally the brand #LMAB stands for something young, coool, fashionable and certainly not gloryfying drinking. Greetings Daniel

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