Old School VS New School

[Werbung] Mario von der Fishing Crew und meine Wenigkeit haben uns überlegt die Methoden der neuen und der alten Schule der Angelei freundschaftlich in den direkten Vergleich zu stellen. Dabei kommt es nicht auf einen beinharten Wettkampf an, sondern es geht um die Freude und den Spaß am Angeln. Wenn dann nebenbei noch die eine oder andere Erkenntnis herausspringt, ist das natürlich super.

Die erste Runde unseres beinharten Duells Old School VS New School wurde an einem versteckten Weiher, der erst seit diesem Jahr für Angler offen ist, ausgetragen. Der Weiher befindet sich mitten in einem Waldstück und ist schön abgeschieden, obwohl er nur etwa fünf Minuten von der nächsten großen Straße entfernt ist.

Mario am Weiher

Laut meinem Mitstreiter/Gegenspieler/Gastgeber gibt es in dem Weiher Hechte, Zander, Barsche, Forellen und eine ganze Palette an sogenannten Friedfischen.

Der Secret-Weiher

Ich hatte an Methoden alles was das moderne Bass Angeln aus den USA zu uns gebracht hat zur Verfügung – halt einfach die New School des Angelns. Mario konzentrierte sich auf Klassiker wie Spinner und Blinker – also Old School.

Der Secret-Weiher

Mario hat hier schön öfters geangelt, für mich was der Weiher noch absolutes Neuland. Mein Ansatz war, das relativ flache und gänzlich unbekannte Gewässer mit einem eher schweren Carolina Rig möglichst schnell und flächendeckend abzuscannen.

Der Plan funktionierte leider nicht, schnell wurde mir bewusst, dass der Grund für diese Aktion deutlich zu schlammig war. Also habe ich versucht mit einem leichten Texas Rig zu angeln. Auch das war ein absoluter Schuss ins Knie. Obwohl ich deutlich unter fünf Gramm blieb, versanken die Worms und Craws auf Nimmerwiedersehen im Schlamm.

Einzig ein Neko Rig mit einem winzigen Nail Sinker unter einem Gramm konnte sich auf der Oberfläche des abgelagerten Sediments halten. Mit wirklich abscannen war da aber auch nicht mehr viel los.

Mittlerweile hatte Mario, der den Weiher mit einem Spinner bearbeitete, schon seine erste Forelle gefangen. Dieses Ereignis wurde von mir auf Video festgehalten, aber vermutlich so schlecht, dass die Bilder wahrscheinlich gesundheitsschädigend sind. Sorry, ich bin filmtechnisch einfach noch recht jungfräulich unterwegs.

Mittlerweile besitze ich übrigens, dank meiner besseren Hälfte, auch eine Action Cam. Ich übe schon fleißig und meine nächsten Clips dürften besser sein.

Mario mit einer seiner Forellen auf Spinner

Hecht auf den Fish Arrow J-Spinner

Also beschloss ich die Taktik noch einmal zu wechseln. Ich entschied mit für einen J-Spinner von Fish Arrow mit einer SL Remix von Bait Breath als Trailer. Bei etwas über fünf Gramm Gewicht und ständigem Zug sollte es mir doch möglich sein, oberhalb der Schlammschicht zu bleiben.

Naja, das klappte eher schlecht als recht, da der Weiher stellenweise wirklich sehr flach ist. Egal wie schnell gekurbelt wurde, es blieben immer wieder Blätter und Äste vom Gewässergrund hängen. Es dauerte aber nicht lange und es kam zu einem ersten Biss. Nach kurzem Drill an der leichten Rute konnte ich meinen ersten Fisch verhaften. Es war ein Hecht, der ganz vorbildlich gehakt war – wie fast immer bei Bissen auf Spinnerbaits. Gleichstand!!!

Marios Vertrauensblinker

Mario legte kurze Zeit später mit einem Hecht nach, was mich wieder ganz an den Schluss unserer zweistelligen Liste verbannte. Danach passierte länger nichts und Mario wechselte auf einen anderen zuverlässigen Klassiker. Ein Blinker sollte weitere Bisse bringen, während ich mein Glück weiter mit einem Spinnerbait versuchte.

Biss! Die Hoffnung auf einen erneuten Ausgleich schnellte sprunghaft in die Höhe. Was sich da an der Wasseroberfläche zeigte war aber „nur“ ein Barsch von deutlich unter 20 Zentimetern, der somit unter dem vorher vereinbarten Mindestmaß lag. Kein Ausgleich, echt schade Mann!

Der Spinnerbait Winzling!

Als längere Zeit weder bei Mario noch bei mir, mit Ausnahme von teilweise kapitalen Ästen, etwas biss, war ein neuer Taktikwechsel angesagt. Ich wechselte auf einen Chatterbait von Fish Arrow mit einem Wild Goby von Noike als Trailer. Es ist einfach unglaublich, wie viel Druck so ein kleiner Chatterbait macht. Die Rute vibriert bis ins Griffteil. Da ist ordentlich Krawall unter Wasser. Wenn das keinen Fisch aufmerksam macht, dann weiß ich auch nicht mehr weiter!

Fish Arrow Chatterbait mit Noike Wild Goby als Trailer

Da, ganz weit hinten, da ist doch Aktivität auszumachen! Also habe ich meinen Chatterbait vertrauensvoll in Richtung Hoffnung geworfen. Das war nichts, aber ein zweiter Versuch kann nicht schaden. Der Chatterbait chattert munter vor sich hin, bis er plötzlich aufhört zu chattern. Anhieb! Und schon geht die Post ab. „Mario, habt ihr hier Welse drin!?“ Der Fisch fährt wie ein Zug in Richtung Horizont. An der leichten Spinnrute mit dem dünnen Fluorocarbon Vorfach ist es nicht wirklich einfach den unbekannten Gegner zu einem Richtungswechsel zu bewegen.

Das ist auf jeden Fall der größte Fisch bisher, die Rute ist maximal gekrümmt und die Bremse der Rolle heult immer wieder auf. Nach etwa zehn Minuten bestätigt sich mein Verdacht, das ist kein Hecht. Ich habe mit meinem Chatterbait einen ziemlich großen Karpfen gehakt. Tief geschluckt hat er aber nicht, da er – in optimaler Kampfrichtung – an der Schwanzflosse gehakt war.

Spiegelkarpfen am Chatterbait

Ich versuchte nicht übermäßig viel Druck zu machen, damit der Haken nicht ausschlitzt. Trotzdem entspannte sich die Rute nicht wirklich. Nach etwa zwanzig Minuten war der Karpfen bereit und konnte jetzt langsam rückwärts eingepackt werden. Wenige Zentimeter entfernt von dem erhofften Ausgleich und einem schicken Foto flog mir plötzlich der Chatterbait entgegen. Der schöne Spiegelkarpfen hat offensichtlich das Gesetzbuch gelesen und wollte mich nicht in Schwierigkeiten bringen. Aus diesem Grund hat er sich vom Haken befreit und sich somit selbst released! Irgendwie leicht enttäuschend, so kurz vor der Landung, aber auf der anderen Seite ein echt cooles Erlebnis am Wasser. Außerdem wurde so wiedereinmal der Beweise erbracht, dass auch Ultra Light Tackle durchaus mit größeren Fischen fertig wird.

Kurz darauf konnte Mario noch einen dritten Fisch landen und seine Führung somit massiv festigen. Die Regenbogenforelle ließ keinen Zweifel daran, dass – zumindest an diesem Tag – die Old School Methoden die Nase vorne hatten. Ich habe, zumindest rein technisch, ziemlich abgelost mit meinen New School Methoden. Aber eigentlich waren wir beide Sieger, da wir einen super Tag am Wasser hatten und ein paar schöne Fische fangen durften.

Marios zweite Forelle

Danke für die Einladung Mario! Ich freue mich schon auf unser nächsten Treffen am Wasser! Dann wird sich herausstellen ob die New School Methoden sich ihre Krone wieder ein wenig zurecht rücken können.


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