Das Carolina Rig

Das Carolina Rig

Das Carolina Rig ist eines der bekanntesten und am weitesten verbreiteten Rigs. Kein Wunder, denn es ist relativ simpel aufgebaut, vielseitig und leicht zu fischen. Mit dem Carolina Rig kann man ohne extreme Technikerfahrung und ohne vorher den Rig-O-Matic Doktor gemacht zu haben, in die Welt der Finesse Angelei einsteigen. Fische fangen und dabei viel Spaß haben, dass wird durch das Carolina Rig in mehr als greifbare Nähe gerückt. Wie genau es funktioniert kannst du hier erfahren!

Crazy Fish - Polaris floating am Carolina Rig

Die Carolina Rig Zutaten

Die Zutaten für ein Carolina Rig variieren, je persönlichen Präferenzen, ein wenig. Aber im Grunde genommen genügen für fast alle Varianten ein Bullet Blei, eine Glasperle, ein Haken, ein Wirbel oder ein Gummistopper und ein Fluorocarbon Vorfach.

Die Carolina Rig ZutatenBeim Bullet kann man sich für Tungsten, Blei, Messing oder Stahl entscheiden. Tungsten ist am härtesten und hat die höchste Dichte, ist also bei gleichem Gewicht das kleinste Bullet. Aus diesem Grund sinkt ein Tungsten Bullet extrem schnell und gibt sehr gute Rückmeldungen über den Gewässergrund. Außerdem klackt Tungsten am lautesten, wenn es auf die Glasperle trifft. Blei Bullets sind die klassische und meist auch günstigste Wahl. Messing und Stahl sind etwas leichter als Blei, damit müssen aber auch größere Bullets verwendet werden. Diese sinken langsamer, sind aber deutlich härter als Blei. Dadurch wird die Rückmeldung deutlicher und das Geräusch lauter als bei Blei.

Bei den Perlen bevorzuge ich Glasperlen, da diese beim Zusammentreffen mit dem Bullet einen klackenden Ton erzeugen. Das kann Fische auf das Rig aufmerksam machen. Wenn man kein Geräusch möchte, sollte man die Perle dennoch nicht ganz weglassen. Die Perle schützt nämlich den Knoten vor dem Wirbel (falls man den eingebaut hat). Ersetze die Glasperle einfach durch eine aus Gummi. Wird eine Gummiperle verwendet ist das Geräusch weg und der Knoten perfekt geschützt.

Die Gummistopper sind eine knifflige Angelegenheit. Ich verwende ganz normale Posenstopper, mit möglichst kleinem Lochdurchmesser. Manchmal auch zwei davon, damit mehr Gewicht verwendet werden kann, bis die Stopper zu rutschen beginnen. Manche verwenden ein kleines Bleischrot als Stopper, aber das kann unter Umständen die Schnur beschädigen.

Wirbel müssen – wenn man sie verwendet – keine besonderen Eigenschaften, Kugellager, Strasssteinchen oder ähnliches besitzen. Der Wirbel dient ja „nur“ als Stopper. Daher sind die einzigen Kriterien, dass er nicht zu auffällig und von der Tragkraft her dem Rest von dem Carolina Rig angepasst sein sollte.

Der Haken ist bei mit zu 95 % ein Wide-Gap Haken, da nahe am Grund gefischt wird und ich wenig Lust auf Hänger habe. Nur an Spots die ich gut kenne und weiß, dass wenig Hindernisse im Wasser sind, verwende ich auch hin und wieder einen normalen Haken. Das kommt aber nur dann vor, wenn ich einen Bait für ein Plus an Beweglichkeit Nose-Hooked anbieten will.

Das Fluorocarbon ist von der Tragkraft her den gegebenen Umständen anzupassen. Wer ganz sicher stellen möchte bei einem Hänger des Hakens das Bullet zu retten, kann die Tragkraft der Schnur zwischen Haken und Wirbel geringer wählen als die Tragkraft zwischen Wirbel und Geflecht.

Carolina Rig – Flexible Version

Der Aufbau ist wie folgt: Erst wird ein Bullet auf das Fluorocarbon aufgefädelt, dann kommt die Glas- oder Gummiperle. Anschließend ziehe ich, je nach Geschmack ein oder zwei Stopper auf. Zuletzt binde ich den Haken an das Fluorocarbon. Das ist die ganze Hexerei!

Das flexible Carolina RigDie flexible Version des Carolina Rigs bietet deutliche Vorteile gegenüber der fixen Version, ist aber auch mit einem wirklich wesentlichen Mangel belastet. Wenn statt dem Wirbel ein Stopper verwendet wird, kann man – ohne neu zu binden –  die Länge des Vorfachs zwischen Bullet und Haken blitzschnell verändern. So muss man sich nicht gleich für eine später nur durch schneiden und knoten zu ändernde Vorfachlänge entscheiden. Hier liegt aber auch der Nachteil des Flexiblen Carolina Rigs. Die Wahl der Schnur und des jeweiligen Gewichts haben extrem Auswirkungen auf die Funktionsweise. Je dünner der Durchmesser des Carolina Rigs ist und je größer das Gewicht des Bullets ist, desto eher verschiebt sich das Bullet in Richtung des Hakens. Bei dünnen Schnüren ist bei entsprechender Wurfgewalt ist – zumindest bei mir – bei etwa 5 g Schluss mit lustig und bei etwas größeren Durchmessern ist bei zirka 10 g die Schallmauer erreicht.

Wo die Grenzen bei der persönlichen Wahl von Schnur und Bullet in Kombination mit dem eigenen Wurfstil liegen muss man selbst testen. Ich verwende die flexible Carolina Rig Version meist nur im Ultra Light Bereich.

Carolina Rig – Fix Version

Aufgebaut wird das ganze so: Erst wird ein Bullet auf das Fluorocarbon aufgefädelt, dann kommt die Glas- oder Gummiperle. Anschließend wird der Wirbel angebunden. Nun wähle ich die Vorfachlänge und knote ein dementsprechend langes oder kurzes Stück Fluorocarbon an die andere Seite des Wirbels. Jetzt wird der Haken angebunden und schon ist das Rig bereit zum Einsatz.

Das fixe Carolina RigBei der fixen Version hat man auf keinen Fall das Problem, dass sich das Bullet näher zum Haken verschiebt. Hier spielt es keine Rolle mehr wie schwer das Bullet gewählt wird. Das Rig wird immer gleich gut funktionieren. Allerdings ist man damit halt auch überhaupt nicht flexibel. Bei einer Änderung der Vorfachlänge muss man schneiden und knoten. Bei einer Verlängerung muss man zweimal Knoten – Haken und Wirbel – und bei einer Verkürzung reicht ein neuer Knoten.

Prinzipiell bevorzuge ich die fixe Version des Carolina Rigs, da ich damit immer genau weiß wie viel Abstand zwischen Bullet und Köder ist. Mit dieser Art von Carolina Rig fühle ich mich einfach wohler.

Vorteile des Carolina Rigs

Wenn man mit dem Carolina Rig angelt, kann man die Ködergröße ganz unabhängig vom Gewicht des Bullets wählen. Es ist kein Problem einen 2 “ kleinen Bait mit einem 20 g Bullet in die Weiten der Galaxie zu befördern. Sobald das Bullet den Gewässerboden erreicht hat taumelt der Köder so gut wie unbeschwert in Richtung Grund. Ebenso unbeschwert wir der Köder von den Barschen eingesaugt.

Je länger das Vorfach ist, desto länger ist die Absinkphase. Je kürzer das Vorfach gewählt wird, desto einfach fällt es die Bisse zu spüren. Für den Anfang sind etwa 50 cm eine gute Ausgangslänge, danach kann gekürzt oder verlängert werden. Deshalb sollte man auch immer schön die Schnur im Auge behalten, da man beim Carolina Rig einen Biss oft schon sieht bevor man ihn spürt.

Barsch auf den Sexy Impact am Carolina RigMit einem schweren Bullet ist der Gewässergrund schneller erreicht und es können somit in kürzerer Zeit mehr Würfe und mehr Strecke gemacht werden. Möglicherweise erschreckt man aber auch vorsichtige Fische, wenn man im flachen Wasser mit riesigen Bullets nach allem schmeißt was sich bewegt.

Als kleinen Minuspunkt könnte noch angeführt werden, dass das Carolina Rig nicht ganz so weit fliegt wir andere Rigs. Da das Bullet und der Köder relativ weit auseinander liegen gibt es hier mehr Luftwiederstand als bei kompakteren Rigs, wie zum Beispiel dem verwandten Texas Rig.

Die Carolina Rig Präsentation

Ein Carolina Rig kann man durchaus vielseitig präsentieren, aber im Grunde genommen sind alle Möglichkeiten Variationen der zwei Taktiken die ich jetzt kurz vorstelle.

Carolina Rig ohne Offset Haken

Das Carolina Rig anjiggen

Man kann das Carolina Rig, ähnlich dem klassischen Jiggen, immer wieder vom Boden reißen, um es daraufhin wieder absinken zu lassen. Das funktioniert aber auch im Faulenzer-Style über die Rolle, wenn man bevorzugt. Zwei, drei Umdrehungen und sinken lassen. Je länger das Vorfach ist, desto länger sollten auch die Pausen sein, um den Bait genüsslich zum Grund taumeln zu lassen. Bei Anheben des Rigs kommt es dann auch zum berühmten „Klacken“ des Bullets auf die Perle, dass Räuber aus der Umgebung aufmerksam machen soll.

Wie stark am das Rig nach oben jiggt oder wie lange die Pausen ausfallen sollten ist von der Tagesverfassung der Barsche abhängig. Im Fließwasser dürfen die Pausen sehr ausgedehnt sein, da sich der Köder durch die Strömung dauernd bewegt. Aber auch im Stillwasser kann es Erfolg bringen, wenn der Köder ein paar Sekunden am Boden liegt, bevor er mit letzter Kraft einen neuen Schwimmversuch startet.

Das Carolina Rig schleifen

Es ist aber auch möglich das Carolina Rig einfach nur über den Grund zu schleifen. Dabei werden durch das Bullet Sedimente aufgewirbelt und es bildet sich, je nach Gewässergrund, eine mehr oder weniger große Staubwolke. Diese Wolke täuscht den Räubern eine Kreatur vor, die am Grund nach Nahrung sucht und somit eher leicht zu erbeuten ist.

Hier sollte tendenziell ein schwereres Bullet eingesetzt werden als beim Jiggen, da das Bullet ständig Kontakt zum Grund halten sollte. Wenn zu schnell gekurbelt wird, oder das Bullet zu leicht ist, funktioniert die Geschichte nicht mehr so richtig!

Wenn man einen Zupfer spürt sollte man in den meisten Fällen nicht sofort brachial anschlagen. Lieber schnell die Rutenspitze senken und den Schnurbogen beobachten. Aromatisierte Köder sorgen dafür, dass der Barsch den Köder jetzt ordentlich nimmt, und nicht nur den Schwanz ohne den Haken im Maul hat. Jetzt kann man Kontakt aufnehmen und durch eine Kombination von sanftem, aber zügigem Anheben der Rutenspitze, sowie Kurbeln den Haken setzten.

Einsatzgebiet des Carolina Rigs

Worms haben sich am Carolina Rig bewährt!Man kann das Carolina Rig immer dann einsetzen, wenn die Barsche in der Nähe des Grundes stehen. Auch wenn du dir nicht sicher bist, wo genau die Fische stehen, kann man mit einem relativ schweren Carolina Rig in wenig Zeit viel Gewässer absuchen.

An unbekannten Gewässern ist das Carolina Rig auch eine super Möglichkeit um gleichzeitig den Grund kennenzulernen und die Barsche relativ schnell aufzuspüren.

Das Einsatzgebiet beschränkt sich jedoch nicht nur auf das Suchen von Fischen. Außer wenn die Barsche sich in den oberen Wasserschichten aufhalten, bietet das Carolina Rig immer gute Chancen auf Fisch.

Knote dir ein Carolina Rig wenn du Spaß daran hast, falls die Fische in Grundnähe stehen wirst du auch Kontakte bekommen! Einen Versuch ist es allemal wert. Die vielen, viele Angler die auf das Rig schwören können nicht zu 100% falsch liegen.

Carolina Rig Köder

Viele Leute verwenden Shrimps und Craws am Carolina Rig. Bisher bin ich von dieser Wahl nicht richtig überzeugt. Ich bevorzuge schlankere Baits, da sie einfach besser Fliegen. Weil das Bullet und der Bait getrennt sind, baut sich mehr Luftwiderstand auf, als bei einem Bait am Jigkopf oder am Texas Rig. Auf jeden Fall bevorzuge ich Köder mit einem starken Aroma, da die Barsche diese Köder auch bei langsamer Führung und nach Testzupfern vertrauensvoll nehmen.

Wird das Carolina Rig mit großen Pausen geführt, verwende ich gerne schlanke Minnows und Worms ohne Paddel oder Twisterschwanz. Weniger ist mehr! Extrem bewährt hat sich zum Beispiel der Sexy Impact von Keitech, der in den Ruhephasen extrem reizvoll absinkt um dann beim Anjiggen absolut panisch auszubrechen.

Gesucht - gefunden - gefressen! Barsch am Sexy ImpactWenn das Carolina Rig geschleift wird, setzte ich gerne auf Köder mit Paddelschanz oder Twisterschwanz. Da der Köder ständig in Bewegung ist, kommen hier die Stärken dieser Baits voll zum tragen. Bewährt hat sich zum Beispiel der Curly Curly von reins, sowie der Mad Wag Mini von Keitech.

Falls du es noch nie gewagt hast, spring über deinen Schatten und wage einen Versuch mit dem Carolina Rig. Du wirst es nicht bereuen!

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