Bass im Bodensee

Bodensee Bass

Ich suche bereits seit längerer Zeit immer wieder alles Sehenswerte über Bass in den unendlichen Weiten des Webs. Mit der Zeit wurde mir immer klarer, ich muss ganz dringend einen Bass Trip nach Italien machen. Ich wollte unbedingt auch einen der berühmt-berüchtigten Bass fangen.

Auf der Suche nach Mittätern fragte ich einen meiner besten Freunde, ob er Lust hätte auf Bass zu fischen und dafür einen Trip nach Italien zu machen. Seine Antwort war die kurze Frage: „Können wir das nicht einfach am Bodensee machen?“ Ich antwortete aus tiefster Überzeugung: „Auf keinen Fall, Bass gibt es bei uns leider nicht. Darum müssen wir ja unbedingt einen Trip machen!“Bodensee Bass

Es gibt doch Bass im Bodensee!

Knapp eine Woche später wurde ich eines Besseren belehrt. Am Samstag hatte ich zweimal einen sehr seltsamen Nachläufer beim Spinnfischen. Aufgrund der Wassertrübung konnte ich nur Umrisse erkennen und war mir nicht sicher was genau den Köder verfolgte. Was ich da sah passte weder 100% auf einen Barsch noch auf einen Zander. Ich musste jedoch nicht lange auf die Lösung des Rätsels warten. Sonntags gegen Mittag sah ich im flachen, recht klaren Wasser wieder diesen seltsamen Fisch und traute meinen Augen kaum.

Ich habe ihn sofort direkt angeworfen und der Köder landete keinen halben Meter von ihm entfernt. Er nahm den Köder zwar genau unter die Lupe, zeigte aber nicht wirklich viel Interesse. Nach ein paar Würfen war der Fisch vergrault und zog seines Weges. Auf dem Rückweg sah ich den Fisch wieder und beschloss eine Änderung der Taktik. Er stand jetzt noch näher am steilen Ufer und ich entschloss mich für einen Drop-Shot Rig. Als Köder wählte ich einen transparenten Magic Beetle mit goldenen Glittern, die in der Mittagssonne funkelten.Bodensee BassBeim ersten Wurf traf ich so genau, dass das kleine leichte Drop-Shot Blei auf seinem Kopf landete und dann zum Boden taumelte. Jeder andere Fisch wäre jetzt weg gewesen! Auf ein paar Zupfer folgte ein blitzschneller Biss, den ich auch prompt verpasste. Einsaugen und ausspucken war quasi eine Bewegung. Das Spiel wiederholte sich mehrere Male bis ich endlich den Haken setzen konnte.

Bodensee BassEinen unglaublichen Sprung später war der Fisch wieder frei. Ich ärgerte mich unglaublich und auf die neugierige Frage eines Kollegen der kurz darauf am Platz vorbei kam antwortete ich ohne lange nachzudenken: „Naja, geht so… ich habe gerade einen Bass verloren!“ Der seltsame erstaunt-belustigte Blick und ein Kopfschütteln beim weitergehen sagten mehr als tausend Worte. Zu meiner Überraschung stellte sich der Fisch nach ein paar Minuten frech an seinen Platz zurück.

Auf ein Neues! Erst beim dritten Mal haken konnte ich ihn sicher landen. Der Fang macht schnell seine Runde und wurde mit sehr gemischten Gefühlen kommentiert. Die eine Partei fürchtet um die einheimischen Fische und die andere Partei freut sich auch einen kampfstarken, agilen und äußerst spannenden Neuankömmling. Drei Tage später konnte ich noch einen zweiten Bass landen. Mit 31 und 30cm waren sie zwar keine Monster, aber doch ganz ansehnlich.

Mittlerweile – Herbst 2015 – wurden aus dem einstigen Gerücht bestätigte Tatsachen. Es tauchen immer wieder vereinzelte Meldungen über Bass Fänge am Bodensee auf. Die Fische werden in verschiedensten Größen, an weit auseinander liegenden Plätzen gefangen. Dadurch ist erwiesen das die Fische auf jeden Fall schon abgeleicht haben und sich im Bodensee nicht unwohl fühlen. Die Fänge sind allerdings so selten, das es sich noch nicht lohnt gezielt auf Bass zu fischen. Dafür ist immer noch eine Reise in besser geeignete Gewässer nötig. Wir werden sehen was die Zukunft dem Bodensee und den Bass bringt!

Aktuell habe ich auf meiner kleinen Schatzkarte zum Thema Bass im Bodensee bereits neun Unterschiedliche Spots vermerkt an denen, verlässlichen Quellen zufolge, bisher Bass gefangen wurden. Ich hoffe, dass ich in Zukunft noch viele Kreuzchen auf der Schatzkarte machen muss!

7 Kommentare

  1. Lutra

    Erfreuliche Nachricht, dass der Forellenbarsch (nicht Schwarzbarsch) den Weg in den Bodensee gefunden hat.
    Auch wenn man dem Forellenbarsch auf Englisch Black Bass sagt ist mit Schwarzbarsch, im Deutschen ein anderer Fisch gemeint.

    Schön gemachte Seite

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    1. wordpressadmin (Beitrag Autor)

      Ich bin auch schon sehr gespannt. Danke für den Hinweis. Ich habe das sofort umgeändert!

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  2. Oliver Feurstein

    Also ich stehe der wachsenden Forellenbarschpopulation skeptisch gegenüber. Man weiß, dass die Vertreter dieser Art richtige Fressmaschinen sind. Es handelt sich definitiv um eine invasive Art, die einheimische Fische, ich denke im speziellen an unseren heißgeliebten Kretzer, verdrängen könnte. Wobei eine Co-Existenz offensichtlich in Flüssen Italiens u. Spaniens (auch mit dem Zander) funktioniert.
    Aufhalten kann man sie wohl nicht mehr – dafür ist es zu spät.. Angeltechnisch natürlich sehr interessant. LG Olly

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    1. Lui Summer (Beitrag Autor)

      Danke für deinen Kommentar Olly. Eben diese positiven Beispiele, die du genannt hast machen mir Hoffnung, dass das Aufkommen des Forellenbarsches eventuell ein Segen für die Angler sein könnte!

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  3. Simon

    Hoffen ma mal des wird wie anderswo, kurz floriert der Bestand und wird dann wieder vom einheimischen Barsch verdrängt, is am Ebro auch das selbe.
    So oder so Knüppel aufn Kopf und Schmecken lassen

    petri

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  4. Paulanergarten

    Die Bilder geben leider nicht her, ob sie in Italien, am Bodensee oder an einem anderen Ort geschossen wurden, deshalb will ich nicht so recht an diese Bodensee-Bass-Geschichte glauben. Bitte fotografiere die Fische das nächste Mal vor einer erkennbaren Landmarke, das ist auch im Interesse der Fischereiforschungsstelle.

    Außerdem schwimmen die Fische nicht eben mal so den Rhein runter oder werden hier aus dem Nichts von selbst heimisch. Falls es stimmt, wurden die Forellenbarsche hier besetzt und das ist in aller Regel eine Straftat. Zudem ist es ökologisch hochgradig fahrlässig und asozial, von der Fischerei im Bodensee hängen über 100 Existenzen ab.

    Ich hoffe, du hast dich bereits bei den für dein Revier zuständigen Organisationen, der FFS, IGKB oder IBKF gemeldet. Sie können schneller und effektiver auf Neuankömmlinge im See reagieren, wenn sie rechtzeitig und detailliert benachrichtigt werden. Das ist viel wichtiger als die Aussicht auf einen womöglichen tollen Angelfisch, der sich im Nachhinein doch als Katastrophe für dich oder andere herausstellen könnte.

    Petri!

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    1. Lui Summer (Beitrag Autor)

      Hallo, das Foto vor erkennbaren Landmarken werde ich leider schuldig bleiben müssen, weil ich nicht möchte, dass meine Lieblingsspots zu Pilgerstätten werden.

      Falls ein Beweis nötig ist, kann man mit ortskundigen Spinnfischern oder dem Inhaber des Fischertreffs in Hard reden.

      Selbstverständlich wurden die zwei Fänge samt Spot dem Zuständigen beim Land und dem Verein gemeldet.

      Es gibt auch konkrete Theorien wie der Bass in den Bodensee kam. Er ist nicht heimisch, aber das ist der Zander und Karpfen auch nicht. Ich persönlich hoffe sehr auf den Bass, da er für die Netzfischer uninteressant ist und italienische und spanische Gewässer zeigen, dass Barsche, Bass, Hecht und Zander gut koexistieren können.

      Tight Lines, Lui

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